Diese zehn Führungsschwächen führen zu Konflikten:
1. Fehlendes Wissen über Folgen von Führungsfehlern: Konflikte sind oft nicht sichtbar und nicht hörbar. Sie schützen (im Gegensatz zu einem Streit) das Wertesystem ihres Trägers. Sie brechen deshalb nur aus bei Konfrontationen mit anderen Wertesystemen, besonders nach Führungsfehlern.
2. Strukturelle Unsicherheiten in der Führungsrolle: Alle Anwälte sind unerfahrene Führungskräfte. Ihr Verhalten passt zur Rolle des Kollegen, nicht aber zur Rolle der Führungskraft. Anwälte haben Angst vor Konflikten und Angst davor, als autoritär wahrgenommen zu werden. Sie kennen Führungsmethoden nicht und schätzen das Entstehen von Vertrauen falsch ein.
3. Schwache Kommunikation: Entscheidungen werden unklar oder gar nicht kommuniziert. Kritik wird vor anderen Mitarbeitern geäußert, und Versprechen werden gebrochen. Konflikte werden zu spät oder gar nicht angesprochen, und spürbare Wertschätzung fehlt in der Partnerrunde und unter den Mitarbeitenden.
4. Mangelndes Feedback: Nörgeln im Ärgerstatus ersetzt ein hilfreiches Feedback durch die Führungskraft. Lob und konstruktive Kritik im Anwaltsalltag fehlen oft gänzlich. Mitarbeitende wissen nicht, woran sie sind. Sie entwickeln Frustration, Unmut und Wechselwillen – oder sie werden krank.
5. Harmoniesucht: Harmoniesucht verdeckt fehlende Führungskompetenzen. Der irreale Glaubenssatz dahinter lautet: “Wenn ich es nicht anspreche, verschwindet es von selbst”. Diese innere Haltung unterschlägt die Dynamik typischer Rollenbeziehungen in der Arbeitswelt.
6. Zuständigkeiten unklar: Mangels langfristiger Entscheidungen der Partnerrunde weiß niemand genau, wer welche Entscheidungen trifft, wer Mandate führt oder wer für Mitarbeitende verantwortlich ist. Daraus entstehen Kompetenzkonflikte, Doppelarbeit und gegenseitige Schuldzuweisungen.
7. Ungleiche Arbeitsverteilung
Ungleiche Arbeitsverteilung führt auf allen Seiten zu Überlastung: „High Performer“ werden durch zu viel Arbeit überlastet, während andere Leerlauf haben und sich deswegen schlecht fühlen. Der Eindruck von „Lieblingen“ verursacht Neid, Cliquenbildung und Konkurrenz zwischen Kollegen.
8. Zu wenig Kontrolle: Kontrolle zeigt Misstrauen nicht, sondern verhindert es. Zu wenig Kontrolle wirkt kurzfristig oft angenehm, auch für den Vorgesetzten: wenig Konflikte, viel Freiheit, entspannte Beziehungen. Langfristige Erfolge gibt es jedoch nur durch die Sicherheit von Regeln für alle.
9. Mikromanagement bezeichnet das unnötig detailreiche Eingreifen von Führungskräften bei der Abarbeitung delegierter Aufgaben durch Mitarbeitende. Es nimmt Mitarbeitern jede Chance, sich zu beweisen, Probleme allein zu lösen und selbständig um Hilfe zu bitten.
Dysfunktionale Glaubenssätze stützen diesen Führungsfehler:“Wenn ich nicht alles selber mache, dauert es ewig”
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