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Neun erfolgreiche Rechtsgebiete der Zukunft für Kanzleigründer

Der Rechtsmarkt ist derzeit im Umbruch.
Je weiter die Digitalisierung fortschreitet, desto stärker verändert sich auch die Nachfrage nach bestimmten Rechtsgebieten.

Wer sich, seine Außendarstellung und seine Akquisemethoden früh auf Trends spezialisiert, wird diese Trends nutzen können.

Suchen Sie hier Ihr Stichwort:

Welche neun Rechtsgebiete versprechen  Kanzleierfolg?

  • Technologie: IT-Recht, Datenschutzrecht: Die Technologisierung schreitet voran. Dazu kommt die Künstliche Intelligenz, welche nicht nur alle Bereiche des Lebens, sondern – vor allem in Bezug auf Legal Tech und Automatisierung – auch die juristische Arbeitsweise längst nachhaltig beeinflusst.
  • Umwelt: Nachhaltigkeit und ESG: Neue gesetzliche Reglungen im Bereich Umwelt, Sozialem und Unternehmensführung verändern die Rechtswelt.
    Unternehmen müssen immer mehr Anforderungen erfüllen (ESG) und über ihre Aktivitäten und Auswirkungen im Bereich der Nachhaltigkeit berichten.

  • Medizin- und Biotechnologierecht: Das Medizin- und Biotechnologierecht gehört zu den am schnellsten wachsenden Rechtsgebieten. Ein Grund für die steigende Nachfrage in diesem Bereich ist die zunehmende Digitalisierung im Gesundheitswesen.
  • Internationales Wirtschaftsrecht: Neue anwaltliche Aufgaben im Internationalen Wirtschaftsrecht spiegeln globale Trends wider: Digitalisierung, Nachhaltigkeit und geopolitische Spannungen.
  • Arbeitsrecht: Die steigende Bedeutung von KI im Unternehmen sorgt für immer neuen Beratungsbedarf. Mitbestimmungs-und Arbeitnehmerrechte verändern sich durch bei KI Verwendung.
  • Urheberrecht: Erste Urteile zeigen das ganze Ausmaß neuer rechtlicher Themen durch KI Verwendung: Urheberschaft, Unterlassung, Schadensersatz, Chatbot-Haftung, Persönlichkeitsrechte, Kennzeichnungspflicht nach Art. 50 KI-VO und Markenrecht.
  • Steuerrecht: KI hilft beim recruiting. Durch Fachkräftemangel in Steuerkanzleien sind diese gezwungen, ihr Angebot an die Generation Z zu überdenken. Die GenZ wählt Arbeitgeber mit moderner Digitalisierungsstruktur.  Wer bei Cloud, mobilen Apps und KI zögert, schreckt die GenZ ab.
  • Verkehrsrecht: Wer heute nach einem Verkehrsunfall oder Bußgeldbescheid einen Anwalt sucht, fragt direkt einen KI-Assistenten. Kanzleien, deren Websete durch KI Bots gefunden und zitiert werden, erhalten mehr Anfragen.
  • Familienrecht: KI in familienrechtlichen Gutachten bietet neue Anfriffspunkte. Nutzen Sie das.

 

Details:

Stagnation bei Anwaltszahlen, Kreativität im Geschäftsmodell

In den letzten zehn Jahren stieg die Zahl aller Anwaltszulassungen in Deutschland nur um 2.000, auf 166.504 zugelassene Rechtsanwält:innen in 2025 (BRAK).
Zeitgleich zu dieser Entwicklung werden derzeit einige Rechtsgebiete konstant größer, d.h. relevanter für die Öffentlichkeit.

Sogar ganz neue Bereiche (oder deren Kombination) entstehen:

  • Marktreaktion: Durch Globalisierung, Klimawandel und Digitalisierung (hier insbesondere die künstlichen Intelligenz) profitieren Kanzleien in acht Rechtsgebieten besonders stark vom strukturellen Wandel (siehe unten) .
  • Folgen von KI: Kanzleien bleiben – mit Anwälten, mit Berufsrecht, mit Haftung. Allerdings wird die Maschine den Entwurf des Vertrags oder des Anspruchsschreibens liefern und der Mensch das kontrollieren. Juristische Bewertung, das Verhandlungsgeschick und die persönliche Verantwortung bleiben, alles andere ist verhandelbar.

1. Technologie: IT-Recht, Datenschutzrecht

Die Technologisierung schreitet voran – und das mit einer nie dagewesenen Geschwindigkeit.
Dazu kommt die Künstliche Intelligenz, welche nicht nur alle Bereiche des Lebens, sondern – vor allem in Bezug auf Legal Tech und Automatisierung – auch die juristische Arbeitsweise längst nachhaltig beeinflusst.

Spezialisierungen
Naheliegend sind unter anderem das IT-Recht, das Datenschutzrecht, aber auch größere Nischen wie das E-Commerce- und Online – Marktregulierungsrecht oder eine rechtliche Spezialisierung auf künstliche Intelligenz.
Eine entsprechende Expertise eröffnet zahlreiche berufliche Optionen und gute Verdienstmöglichkeiten.
Das IT-Recht allein hat in den letzten zehn Jahren ein Wachstum von 200 % auf rund 1.500 Fachanwält:innen erlebt und gilt nicht nur deshalb als besonders vielversprechend.

Legal Tech oder Legal Operations
Gefragt sind ab jetzt Fachkräfte, die sowohl über juristische als auch technische Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen. Ein abgeschlossenes Jurastudium mit beiden Staatsexamen ist dafür nicht unbedingt eine Voraussetzung – entsprechend sind auch die Verdienstmöglichkeiten etwas niedriger als etwa in Großkanzleien.

  • Zwischen 40.000 und 100.000 € liegen die Gehälter von Legal Operations Manager:innen und Legal Engineers im Schnitt.

2. Umwelt: Nachhaltigkeit und ESG

Neue gesetzliche Reglungen im Bereich Umwelt, Sozialem und Unternehmensführung verändern die Rechtswelt.
Unternehmen müssen immer mehr Anforderungen erfüllen (ESG) und über ihre Aktivitäten und Auswirkungen im Bereich der Nachhaltigkeit berichten.
Auch Klimaschutzgesetze führen dazu, dass Anwält:innen in dieser Hinsicht stark nachgefragt sind.
Anwälte mit entsprechenden Kenntnissen können diese Lücken schließen und werden sich in Zukunft neuen Karriereoptionen gegenübersehen.

Die Beratung im ESG- und Nachhaltigkeitsbereich ist eine zukunftsträchtige Spezialisierung. Beispiele:

  • Klimawandel: Die Bekämpfung des Klimawandels steht im Zentrum der politischen Agenda. Daraus ergeben sich weitreichende Folgen für das Umweltrecht, insbesondere in den Bereichen Energie, Verkehr und Industrie.
  • Biodiversitätsverlust: Der Verlust an biologischer Vielfalt stellt eine ebenso große Herausforderung dar. Neue gesetzliche Regelungen zum Schutz von Ökosystemen und Arten sind zu erwarten.
  • Kreislaufwirtschaft: Die Förderung einer Kreislaufwirtschaft wird zu einer Intensivierung des Umweltrechts führen, insbesondere in den Bereichen Abfallwirtschaft, Produktverantwortung und Ressourcenmanagement.
  • Digitalisierung: Die Digitalisierung bietet neue Möglichkeiten zur Überwachung und Steuerung von Umweltprozessen, birgt aber auch neue Risiken.
  • Europäische Integration: Die Europäische Union setzt zunehmend strengere Umweltstandards, die in nationales Recht umgesetzt werden müssen.

3. Medizin- und Biotechnologierecht

Das Medizin- und Biotechnologierecht gehört zu den am schnellsten wachsenden Rechtsgebieten. Von 2014 bis 2024 hat sich die Zahl der Fachanwaltschaften auf 2.000 verdoppelt (BRAK).
Ein Grund für die steigende Nachfrage in diesem Bereich ist die zunehmende Digitalisierung im Gesundheitswesen.

Zukünftige anwaltliche Aufgaben
Anwälte im Medizin- und Biotechnologierecht weiten ihre Aufgaben erheblich aus. Sie

  • befassen sich (zukünftig) mit der Regulierung von CRISPR-Cas9 und anderen Genomeditierungsverfahren.
  • begleiten den Umgang mit synthetischer Biologie, künstlichem Leben sowie mit umweltfreundlichen biotechnologischen Verfahren.
  • agieren in neuen Rechtsfragen bei der Gentechnik und deren internationale Harmonisierung sowie beim Handel damit.
  • sind vorbereitet auf die rechtliche Verbindung zwischen Biotechnologie- und KI-Recht, vor allem durch Nutzung von Big Data und KI in der Biotechnologie.
  • unterstützen bei Zulassungsverfahren für Biopharmazeutika und GVOs.
  • beraten zu Patentrechten und Compliance-Fragen sowie bei Vertragsgestaltung und Prüfung von Kooperations- und Lizenzverträgen.
  • regeln Haftungsfragen und sichern geistiges Eigentum, vertreten in Patentrechtsstreitigkeiten und bei Produkthaftungsansprüchen.
  • begleiten bei Genehmigungsverfahren und regulatorischen Prüfungen.

4. Internationales Wirtschaftsrecht

61 % aller deutscher Unternehmen mit mehr als 50 Mitarbeiter:innen waren im Jahr 2020 laut statistischem Bundesamt in globale Wertschöpfungsketten eingebunden.
49 % haben international Waren bezogen oder geliefert, immerhin 37 % grenzüberschreitend Dienstleistungen angeboten oder erbracht.

  • Der Rechtsbereich erfreut sich großer Beliebtheit: 2015 gab es gerade einmal 20 Fachanwält:innen in diesem Bereich, 2024 waren es bereits 246 (BRAK).

Neue anwaltliche Aufgaben im Internationalen Wirtschaftsrecht (Text von Inernationales Wirtschaftsrecht bearbeitet)
Die dynamischen Entwicklungen im internationalen Wirtschaftsrecht spiegeln globale Trends wider: Digitalisierung, Nachhaltigkeit und geopolitische Spannungen.
Unternehmen müssen flexibel und gut informiert bleiben, um rechtliche Anforderungen zu erfüllen und Chancen zu nutzen.
Dabei entstehen viele neue Rechtsfragen:

Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz
Durch das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz sind seit 2023 Unternehmen mit mehr als 3.000 Mitarbeitenden verpflichtet, Menschenrechte und Umweltstandards entlang ihrer Lieferketten zu achten.
Seit 2024 gilt dies auch für Unternehmen ab 1.000 Mitarbeitenden. Ziel ist es, Kinderarbeit, Zwangsarbeit und Umweltzerstörung zu verhindern.
Zulieferer aus dem Ausland sind betroffen und und machen Lieferkettenmanagement zu einem zentralen Compliance-Thema.
Unternehmen mussten innerhalb von 18 Monaten neue Compliance-Systeme einführen und ihre Lieferketten überprüfen.

Kontrolle ausländischer Direktinvestitionen (FDI-Screening)
Die EU plant eine stärkere Regulierung ausländischer Investitionen, um kritische Infrastrukturen, Technologien und strategische Branchen wie Energie oder Gesundheit zu schützen. Besonders Investitionen aus Drittstaaten wie China stehen dabei im Fokus. Diese Reform hat das Ziel, eine Balance zwischen Offenheit und strategischem Schutz herzustellen.

Wirtschafts-Identifikationsnummer in Deutschland
Zur Entlastung von Unternehmen und zur Vereinfachung administrativer Prozesse wurde eine einheitliche Wirtschafts-Identifikationsnummer eingeführt. Sie erleichtert unter anderem Steuerverfahren und administrative Vorgänge.

EU-MERCOSUR-Abkommen
Die EU und der südamerikanische Wirtschaftsblock MERCOSUR haben ein vorläufig geltendes Abkommen geschlosen. Es gilt seit dem 1. Mai 2026 und betrifft eine Handelszone mit insgesamt 700 Millionen Menschen.
Umwelt- und Nachhaltigkeitsfragen stehen einer endgültigen Ratifizierung im Weg.
Ein solches Abkommen könnte Zölle reduzieren und den Handel zwischen den Regionen erleichtern.

CPTPP
Die Ratifizierung der Comprehensive and Progressive Agreement for Trans-Pacific Partnership (CPTPP) sowie Chinas wachsender Einfluss verändern Handelsbeziehungen.
Europäische Unternehmen müssen ihre Strategien an neue geopolitische und wirtschaftliche Realitäten anpassen.

Handelskonflikte
Eskalierende Handelsbarrieren und Sanktionen beeinflussen internationale Lieferketten. Unternehmen müssen zunehmend geopolitische Risiken in ihre Geschäftsmodelle integrieren.

Steuerrecht in der Digitalwirtschaft
Die OECD und die EU arbeiten an einer globalen Mindeststeuer sowie an Regelungen zur Besteuerung von Digitalunternehmen.
Multinationale Konzerne wie Google, Amazon und Meta stehen im Fokus, da ihre Gewinne oft in Niedrigsteuerländern deklariert werden.

Smart Contracts und Blockchain
Die Digitalisierung bringt neue rechtliche Herausforderungen, insbesondere im Bereich von Blockchain-Technologien und Smart Contracts.
Rechtssysteme müssen sich anpassen, um den rechtlichen Status solcher Technologien zu klären, insbesondere im internationalen Kontext.

Cybersicherheit und Datenschutz
Unternehmen müssen strenge Datenschutzgesetze wie die DSGVO in der EU oder ähnliche Regelungen in anderen Ländern beachten.
Internationale Datenübertragungen und Cyberangriffe stellen Unternehmen vor wachsende rechtliche und operative Herausforderungen.

Stärkung internationaler Schiedsgerichte
Institutionen wie die International Chamber of Commerce (ICC) und das International Centre for Settlement of Investment Disputes (ICSID) gewinnen an Bedeutung, insbesondere für die Beilegung von Investitionsstreitigkeiten.
Unternehmen bevorzugen oft Schiedsverfahren, da sie schneller, vertraulicher und international durchsetzbar sind.

Unified Patent Court (UPC)
Mit der Einführung des Europäischen Einheitspatents und des UPC bietet Europa nun ein zentrales Forum für Patentstreitigkeiten.
Dies reduziert die Komplexität für Unternehmen und ermöglicht einheitliche Entscheidungen in allen teilnehmenden Ländern.

Carbon Border Adjustment Mechanism (CBAM)
Die EU führt einen CO₂-Grenzausgleichsmechanismus ein, um gleiche Wettbewerbsbedingungen für europäische Unternehmen und Importeure zu schaffen.
Produkte wie Stahl, Aluminium und Zement, die aus Ländern mit weniger strengen Emissionsvorgaben importiert werden, könnten mit CO₂-Zöllen belegt werden.

Nachhaltigkeitsklauseln in Handelsabkommen
Neue Handelsabkommen enthalten zunehmend verbindliche Nachhaltigkeitsklauseln, die Umweltstandards und Arbeitnehmerrechte schützen sollen.
Unternehmen müssen ihre Produktions- und Handelspraktiken entsprechend anpassen.

  • Anwält:innen sollten ein tiefes Verständnis nicht nur für internationales Recht, sondern auch für wirtschaftliche Zusammenhänge mitbringen.
  • Erlangen lassen sich diese Kenntnisse entweder durch praktische Erfahrungen oder aber in entsprechenden LL.M. Studiengängen.

5. Arbeitsrecht

Mit 11.163 zugelassenen Anwältinnen (2025) ist das Arbeitsrecht mit Abstand das Rechtsgebiet mit den meisten zugelassenen Rechtsanwält:innen.
Hier herrscht eine dauerhaft hohe Nachfrage, da Unternehmen, egal welcher Größe oder Branche, in diesem Bereich Beratung benötigen.
Seit 1990 ist die Zahl der Arbeitsrechtler:innen kontinuierlich angestiegen, ähnlich wie die Gesamtzahl der Anwält:innen stagniert die Zahl jedoch in den letzten 10 Jahren.
Dass das Arbeitsrecht an Bedeutung verlieren könnte, ist jedoch sehr unwahrscheinlich.

Die steigende Bedeutung von KI im Unternehmen sorgt für immer neuen Beratungsbedarf:

  • Mitbestimmungsrechte des Betriebsrats bei KI Einführung
  • Arbeitnehmerrechte bei KI Verwendung
  • Schutz vor algorithmischer Diskriminierung
  • Beschäftigtendatenschutz bei der Verarbeitung personenbezogener Daten
  • Rolle menschlicher Aufsicht über Hochrisiko-KI-Systeme
  • Black Box“-Problematik (User von KI verstehen nicht die Herkunft von Ergebnissen)

6. Urheberrecht

KI “macht” Kunst, Musik und Literatur.
Erste Urteile zeigen das ganze Ausmaß neuer rechtlicher Themen durch KI Verwendung: Urheberschaft, Unterlassung, Schadensersatz, Chatbot-Haftung, Persönlichkeitsrechte, Kennzeichnungspflicht nach Art. 50 KI-VO und Markenrecht.

Erste Urteile:

  • 1. GEMA gegen OPEN AI (11.11.2025 – 42 O 14139/24): Die GEMA hatte sich von ChatGPT geschützte Songtexte aus dem GEMA-Repertoire ausgeben lassen und das nach eigenem Vortrag schon mit „einfach gehaltenen” Prompts.
  • 2. Beauty Klinik gegen einen Chatbot: Ein KI-Chatbot auf der Website einer Beautyklinik hatte den Geschäftsführern erfundene Facharzttitel zugeschrieben – obwohl er nur mit den eigenen Webseiten-Texten trainiert war. Reine Halluzination. Der Senat bewertet das als irreführende Werbung nach § 5 UWG.
  • 3. Verlagshaus gegen Google-KI: KI hatte dem Verlag Abo-Fallen, Inkasso-Schikanen und Verbindungen zu dubiosen Drittunternehmen unterstellt.
  • 4. Der Synchronsprecher Manfred Lehmann (deutsche Stimme u.a. von Bruce Willis) ging gegen den Betreiber eines YouTube-Kanals : Zwei Videos hatte eine KI nachgebildet – mit seiner Stimme. Das LG Berlin II sah darin einen rechtswidrigen Eingriff in das allgemeine Persönlichkeitsrecht und sprach dem Kläger 4.000 € fiktive Lizenzgebühr zu. Entscheidend war dabei nicht die technische Identität, sondern die Wiedererkennbarkeit.
  • 5. Parfumkonzern gegen Googles KI-Funktionen: Erfundene „Duftzwillinge” zu bekannten Markenparfums wurden durch Übersichts- und Antworttexte generiert und auf Drittanbieter verlinktt.

7. Steuerrecht

Das Steuerrecht landet mit 4.695 Rechtsanwaltszulassungen auf Platz drei.
Wie auch im Familienrecht ist hier ein Rückgang zu beobachten: Seit 2017 sinkt die Zahl der zugelassenen Steuerrechtler:innen moderat.
Eine mögliche Erklärung könnte eine Konkurrenz durch Steuerberater:innen und Wirtschaftsprüfer:innen sein, jedoch sind die Gründe wie auch in anderen Rechtsbereichen komplex.

KI hilft beim recruiting
Fachkrätemangel in Steuerkanzleien: Die GenZ wählt Arbeitgeber mit moderner Digitalisierungsstruktur. Kanzleien müssen also liefern
Die GenZ arbeitet. Sie ist fleißig, sinnorientiert und digital kompetent. Aber sie wählt, für wen und wie sie arbeitet.
Cloud, mobile Apps, KI. Wer zögert, schreckt die GenZ ab.
Flexible Arbeitsmodelle einführen: Vier-Tage-Woche, Homeoffice, Workations. Wer diese Modelle anbietet, verschafft sich einen Vorteil im Wettbewerb um Talente.

  • Kommunikation erneuern: in der Außendarstellung, in der Unternehmenskultur, in der Ausbildung.

8. Verkehrsrecht

4.400 Fachanwält:innen sind 2024 im Verkehrsrecht zugelassen. Die Zahl nahm bis 2022 leicht zu, stagniert aber seit drei Jahren auf demselben Niveau, was für eine gleichbleibende Nachfrage spricht.
Hier ist spannend zu beobachten, dass Fragen zum Verkehrsrecht häufig aus dem ländlichen Raum kommen.

  • Verkehrsrecht kann sich also besonders für Anwält:innen lohnen, die außerhalb der Ballungsräume tätig sind.

KI im Verkehrsrecht
Wer nach einem Verkehrsunfall oder Bußgeldbescheid einen Anwalt sucht, fragt heute Google – oder direkt einen KI-Assistenten. Kanzleien, die auf beiden Wegen sichtbar sind, erhalten mehr Anfragen:

  • KI-Assistenten wie ChatGPT oder Gemini nennen Kanzleien nur, wenn sie im Netz auffindbar, glaubwürdig und klar beschrieben sind.
  • Die wichtigsten Hebel sind ein vollständiges Google-Unternehmensprofil, fachlich klare Webseiteninhalte und konsistente Kontaktdaten überall im Netz.
  • Wer in seiner Webseite konkrete Fragen beantwortet, die potenzielle Mandanten wirklich stellen, wird von Google und KI gleichermaßen bevorzugt zitiert.

Fragen, die Sie in Ihrer Webseite konkret beantworten müssen:

  • Was tun nach einem Auffahrunfall?
  • Bußgeldbescheid erhalten – was jetzt?
  • Führerscheinentzug droht: Welche Rechte habe ich?
  • Unfall mit Personenschaden – wer zahlt meine Anwaltskosten?
  • Fahrerflucht vorgeworfen – wie verhalte ich mich richtig?

9. Familienrecht

Das Familienrecht ist mit 8.759 zugelassenen Anwält:innen der zweitgrößte Rechtsbereich in Deutschland.
In diesem Bereich sind besonders viele Einzelanwält:innen und kleine Kanzleien tätig und es herrscht ein großer Wettbewerb.
Während die Zulassungen im Jahr 2016 ihren Höhepunkt erreichten, werden sie seitdem stetig weniger.
Das könnte auf eine Marktsättigung und einen härteren Wettbewerb hinweisen.

KI in familienrechtlichen Gutachten bieten neue Anfriffspunkte:
KI macht die Sprache in Gutachten glatt, aber nicht belastbar. Typisch sind Passagen, die viele Begriffe verwenden, jedoch kaum konkrete Beobachtungen nennen. Ebenso auffällig sind lange Textteile mit fast identischem Stil, obwohl sie auf sehr unterschiedliche Gespräche oder Interaktionen Bezug nehmen.

Starke Schlüsse – schwache Wege dorthin

Ein weiteres Zeichen ist mangelnde Nachvollziehbarkeit. Das Gutachten zieht starke Schlüsse, zeigt aber den Weg dorthin nicht. Welche Akten wurden ausgewertet? Welche Aussagen wurden gegengeprüft? Welche Tests kamen wirklich zum Einsatz, und wie wurden sie interpretiert? Wenn darauf keine klare Antwort kommt, liegt der Angriffspunkt nicht in der Technik, sondern in der Methode.

  • Entscheidend ist nicht, ob KI im Spiel war. Entscheidend ist, ob das Gericht den Weg von den Daten zur Schlussfolgerung noch prüfen kann.
  • Fehlen Aktenbestandteile wie Exploration oder Interaktionsbeobachtung, Gesprächsnotizen, Zeitangaben oder Kontexte, dann kann die KI Lücken mit plausibel klingenden Formulierungen füllen. Genau darin liegt das Risiko von Halluzinationen.

Inspiriert durch MIchal Langhans (4. Mai 2026). Weitere Tipps von ihm hier.

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