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10 Tipps für erfolgreiches Online-Marketing in Kanzleien

Mandanten suchen online nach vertrauenswürdigen Experten für ein konkretes Problem.
Deshalb punktet, wer Vertrauen aufzubaut, Kompetenz zeigt und genau dann sichtbar ist, wenn potenzielle Mandanten nach rechtlicher Hilfe suchen.

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10 Tipps für erfolgreiche Kanzleiwebseiten:

 

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1. Erfolgreiche Websiten überzeugen durch Inhalte.

Die Kanzleiwebseite wird zum wichtigsten Akquiseinstrument in Zeiten von KI.
KI Suchmaschinen müssen durch Ihre Inhalte “gefüttert” werden, damit Ihr Text zitiert wird. Nur dann (und auch dann nicht immer) erscheint Ihre Webseite als Referenz zum Drauf klicken.

Mandanten und KI Suchmaschinen lieben Inhalte.
Daher stellt das Marketing über den Inhalt (“content marketing”) für Anwälte eine effiziente Methode dar, Mandanten zu informieren, zu gewinnen und zu halten – Weiterempfehlung inklusive.

Neue Kunden kommen über die Webseite
Relevante, alltagstaugliche Inhalte auf der Webseite sind der Schlüssel zum Erfolg.
Sie sorgen durch Suchmaschinenoptimierung („SEO“) dafür, dass Ihre Seite von unbekannten Suchern, die nicht Ihren Namen und nicht Ihre Stadt kennen, auf Sie aufmerksam werden.
Derzeitige Kunden werden durch weiterführende Angebote „auf dem Laufenden gehalten“, und ehemalige Kunden finden durch regelmäßigen Input zu Ihnen zurück.

Tipp: Wollen Sie neue Mandanten dazu gewinnen, derzeitige halten oder ehemalige zurückgewinnen, empfehlen sich Langfrist-Strategien durch Inhalte.

  • Künstliche Intelligenz hat andere Regeln
    In Zeiten von Ki hält KI SEO für Ihre Webseite weitere Regeln bereit (S. Punkt 3).
    Dennoch bleiben inhaltsbasierte Webseiten auch hier führend.

Suchmaschinenoptimierung (SEO)

Neben lokalen Suchanfragen lohnt sich die Optimierung auf fachliche Themen.

Dazu gehören:

  • hochwertige Inhalte,

  • saubere Seitenstruktur,

  • schnelle Ladezeiten,

  • mobilfreundliches Design,

  • interne Verlinkung,

  • verständliche Überschriften,

  • strukturierte Daten.

SEO ist eine langfristige Investition, bringt aber häufig besonders qualifizierte Anfragen.

2. Suchmethoden: long tail und short head

Wer Ihre Leistung sucht, muss Ihre Webseite – auch über den Umweg KI – finden.
Wer heute ein Rechtsproblem hat, ohne sofort einen Anwalt konsultieren zu wollen, fragt zuerst die KI.
Die Maschine spuckt reichlich Rechtstipps zu jeder rechtlichen Frage aus, und (fast) jeder User weiß: Das Ergebnis klingt gut, ist aber unsicher.

Die short head Suche
Die Sucheingabe besteht aus drei Substantiven:
Wer Ihren Namen schon gehört oder gelesen hat, gibt den zuerst ein, zusammen mit Ihrem Berufstitel und Ihrem Ort und ohne Problembeschreibung. Er findet Sie wahrscheinlich nicht sofort an Position 1 auf Seite 1 der „organischen Treffer“ in der Suchmaschine.
Unbekannte Sucher, die nicht Ihren (Kanzlei-) Namen kennen, geben als Suchbegriffe ebenfalls drei Substantive in folgender Reihenfolge in eine Suchmaschine ein: Problem – (Fach-)Anwalt – Rechtsgebiet oder (Fach-)Anwalt – Rechtsgebiet – Problem.
In den Prozessfächern (lokal angebotenen Rechtsgebiete mit vielen Gerichtsverhandlungen) wie Mietrecht, Arbeitsrecht, Verkehrsrecht, Strafrecht, Familienrecht, Erbrecht oder Sozialrecht kommt in der Regel der Wohnort des Mandanten (bzw. der nächstgrößere Ort mit Amtsgericht) als Suchbegriff hinzu: Problem – (Fach-)Anwalt – Rechtsgebiet – Ort oder Ort – Problem – (Fach-)Anwalt – Rechtsgebiet

Die long tail – Suche
Die Suchanfrage besteht aus einem Satz oder einer Frage (wie an die KI).
Wenn Mandanten lokal unbegrenzt agieren (z. B. Sportrecht, Gesellschaftsrecht, Transportrecht), werden sie statt des Ortes mehrere Spezifizierungen des Prob- lems eingeben: (Fach-)Anwalt – Rechtsgebiet – Problem – Problem (Untergruppe) – Problem (Untergruppe)

3. Der Ziel-Mandant bestimmt den inhaltlichen Aufbau der Seite.

Wenn Sie wissen, wie Ihr zukünftiger Mandant tickt, können Sie ihn durch Keywords auf Ihre Seite bringen:

Beispiel Verkersrecht
Rechtsanwalt R bietet Verkehrsrecht an in einer Stadt mit 54000 Einwohnern. Er weiß daher: Künftige Mandanten mit einem verkehrsrechtlichen Problem werden eine der etwa 30 unter Nichtjuristen bekannten verkehrsrechtlich relevanten Vokabeln eingeben (z. B. Rotlichtverstoß, Führerschein weg, Auffahrunfall, Fahrerflucht, Punkte in Flensburg), um Ihre Leistung zu finden.
Diese Wörter kombinieren die potenziellen Mandanten (jedenfalls in der short head Suche) mit den weiteren Wörtern „Rechtsanwalt“ und „Verkehrsrecht“ sowie mit der Kategorie „Ort“

  • Folge 1: Die Website von R behandelt textlich jedes der 30 potenziellen Suchwörter dominant. Jedes dieser dominanten Keywords findet sich in Seiten-Überschriften, vielfach variiert im Inhalt selbst und vor allem in den Permalinks. Alle Textabschnitte sind untereinander verlinkt. Das dominanteste der Suchwörter („Verkehrsrecht“) ist dabei Teil der Hauptüberschrift auf der Startseite.
  • Folge 2: Rechtsanwalt R. verwendet ein Glossar. Das ist eine alphabetische Auflistung aller für den Mandanten notwendigen Suchwörter sowie Rechtswörter, die erklärt werden. Ein Beispiel für ein Glossar sehen Sie rechts.

4. Zur Kompetenzpräsentation verfassen Sie viele nützliche Unterseiten.

Sie sind Fachanwalt für IT-Recht in einer größeren Stadt, in fester Kooperation mit einem Gesellschafts- und Steuerrechtler?
Dann haben Sie unter dem Hauptmenüpunkt „IT-Recht“ vermutlich mehrere Unterseiten:

Lizenz- und Vertriebsverträge
Individualsoftware
Service-Level-Agreements
Cloud Computing
Software-Escrow
Domainrecht
E-Commerce
Haftung im Internet
Filesharing
Datenschutz

  • Für jede dieser Unterseiten schreiben Sie einen kurzen, verständlichen, gut geliederten Aufsatz ohne unerklärte Rechtswörter.
  • Jeder Aufsatz startet mit dem Nutzen der Rechtsberatung in jedem dieser Gebiete.
  • In oder unter jeder Seite finden sich mehrere Links zu verwandten Bereichen, zu Aufsätzen, Filmen, einer Vortragsveranstaltung oder einem Blog-Beitrag. Dies erhöht die Verweildauer (sprich: das „Vertrauen in den unbekannten Rechtsberater“) erheblich.

6. Startseite attraktiv und informativ gestalten

Berücksichtigen Sie, dass künftige Mandanten ungeduldig und frustriert sein könnten. Sie brauchen oft in wenigen Sekunden auf der Sach- und auf der Bezie- hungsebene Information über alles, was ihnen nützt:

„„ Fachinformation („Was schaffe ich durch den Anwalt?“) „„ Vertrauen („Begreift der Anwalt meine Situation?“)

Wie schaffen Sie das? Zunächst gilt: ersetzen Sie Versprechen durch Nutzenar- gumentation. Die Startseite ist Ihr Entrée. Sagen Sie dem Mandanten, was ihm nützen wird und nicht, was Sie alles können. Der Mandant will gewiss nicht lesen, dass Sie „Arbeitsrecht machen“ (das weiß er längst!), sondern dass er mit Ihrer Hilfe „erfolgreich Abfindungen verhandeln“ oder „ressourcenschonend einen So- zialplan erstellen“ kann. Erstellen Sie daher eine knappe Liste mit dem Nutzen, den Sie konkret bieten. Jeder Nutzen sollte als Link zu einer Spezialseite führen, etwa zu einer Checkliste („Die 10 Todsünden in Ihren AGB’s“ oder „Richtiges Ver- halten bei einer Polizeikontrolle“) oder einem Glossar mit Details.

Darüber hinaus: ersetzen Sie Leerfloskeln und Begrüßungstexte. „Wir sind für Sie da“ ist spätestens eine Lüge, wenn um 17.10 Uhr Ihr Anrufbeantworter angeht, eine ungeschulte Mitarbeiterin das Gespräch annimmtunwirsche Telefonsekre- tärin den Mandanten frustriert oder Sie selbst unter Zeitdruck stehen und daher vielleicht eilig wirken. Erfolgreich sind dagegen knappe Eckdaten in einer knap- pen, mehrfach verlinkten Liste, stets begleitet von Kontaktdaten und Anfragefor- mular.

Schließlich: Bringen Sie keywords bereits in die hauptüberschrift. Das folgende Beispiel einer Überschrift enthält acht (!) Suchwörter, die der neue Mandant ein- geben könnte, um Sie zu finden, wenn er nicht Ihren Namen kennt: „Kündigungs- schutz, Abfindung, Zeugnis, Arbeitsvertrag? Michael M. Brinkerlein – Ihr Rechts- anwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht in Duisburg“. Die sog. H1 Überschrift wird dominant von Google eingelesen. Tragen Sie dafür Sorge, dass diese und andere Keywords in immer anderen Zusammenhängen in Ihrer Seite auftauchen, ohne dass sich die Sätze gleichen oder ähneln. Die vom Laien bei der Google- Suche verwendeten inhaltlichen Wörter sollten Sie dabei dominanter positioniert als den Name des Anwalts. So gewinnen Sie neue Mandanten!

Google Ads eignen sich gut für Rechtsgebiete mit hoher Suchnachfrage, etwa:

Arbeitsrecht
Familienrecht
Erbrecht
Verkehrsrecht
Strafrecht

Der Vorteil:
Die Kanzlei erscheint sofort bei relevanten Suchanfragen.

Entscheidend ist allerdings eine professionelle Kampagnenstruktur – sonst steigen die Klickkosten schnell.

7. Sprache und Bedarf des Mandanten treffen

Formulieren Sie kurz, konkret, präzise –das ist unerlässlich. Schreiben Sie kurze Sätze. Arbeiten Sie mit knappen Listen. Alle Hauptsachen müssen sich in Haupt- sätzen finden. Relativieren Sie nichts. Schreiben Sie im Aktiv. Meiden Sie Hilfs- verben. Verlinken Sie alle Suchwörter. Spezifizieren und quantifizieren Sie wahr- heitsgemäß. Alle unterstrichenen Wörter müssen zu Erläuterungen führen.

Beispiel

Vermeiden Sie das für den Laien unverständliche „Ordnungswidrigkeit wegen Geschwindigkeitsüberschreitung“. Formulieren Sie „Bußgeld wegen zu schnellen Fahrens“. Machen Sie aus dem kryptischen „Wir machen Wohnungseigen- tumsrecht“ besser „Wir bereiten Ihre Eigentümerversammlungen vor“ oder „Wir prüfen Ihre Teilungserklärungen.“

 

6. Bewertungen

Positive Bewertungen gehören zu den stärksten Vertrauenssignalen.

Nach erfolgreich abgeschlossenen Mandaten kann – unter Beachtung der berufsrechtlichen Vorgaben – höflich um eine Bewertung gebeten werden.

Authentische Rezensionen beeinflussen die Entscheidung vieler Interessenten.

9. Bloggen Sie

Moderne Webseiten bestehen fast nur aus Blogs, die ständig und regelmäßig erweitert werden (z. B. www.superyachtforum.eu). Der „Blog“ hält Ihre Seite mit wenig Aufwand aktuell, frisch und lesenswert.
Sie kommentieren neue Urteile, melden lustige Begebenheiten und Rechtsvorschriften, kündigen Seminare an, weisen auf Artikel hin und verlinken zu Kommentaren zu diesen Artikeln.
Ein Blog ist manchmal nur 12 Zeilen lang, wenn er nur ein Foto kommentiert und manchmal 30 Zeilen lang, wenn er Folgen eines BGH Urteils für Ihre Mandanten auflistet.

Alle Blogbeiträge können Sie direkt oder indirekt zu „Neuen Medien“ verlinken. Haben Sie eine Geschäftsseite bei Facebook? Auf dieser sollte jeder Ihrer Blog- beiträge erscheinen, damit er „geteilt“ und kommentiert werden kann. So schaf- fen Sie eine Radius-Präsenz in mehreren Medien zeitgleich. Aus jedem Fachauf- satz, den Sie schreiben und aus jedem Vortrag, den Sie halten, können Sie 4 bis 5 Blogbeiträge generieren. Sie machen also eine aufwändige Arbeit einmal und zersplitten diese in viele Häppchen.

 

7. LinkedIn und Social Media

Nicht jede Kanzlei braucht alle Plattformen.

  • LinkedIn eignet sich besonders für Wirtschaftsrecht, Arbeitsrecht oder B2B-Themen.

  • Instagram kann Kanzleieinblicke, Teamvorstellungen oder kurze Rechtstipps zeigen.

  • Facebook ist je nach Zielgruppe weiterhin relevant.

  • YouTube kann langfristig Reichweite über Erklärvideos aufbauen.

Der Schwerpunkt sollte immer auf fachlichem Nutzen liegen – nicht auf Unterhaltung.

8. E-Mail-Marketing

Für bestehende Mandanten oder Geschäftskunden kann ein Newsletter sinnvoll sein, beispielsweise mit:

  • Gesetzesänderungen,

  • wichtigen Urteilen,

  • praktischen Handlungsempfehlungen.

So bleibt die Kanzlei präsent und stärkt bestehende Beziehungen.

9. Mandantenkommunikation

Auch der beste Marketingkanal hilft wenig, wenn Anfragen langsam beantwortet werden.

Wichtige Erfolgsfaktoren:

  • schnelle Rückmeldung,

  • einfache Terminvereinbarung,

  • digitale Formulare,

  • transparente Abläufe.

10. Erfolg messen

Relevante Kennzahlen sind:

  • Anzahl qualifizierter Anfragen,

  • Kosten pro Mandatsanfrage,

  • Conversion-Rate der Website,

  • organische Besucher,

  • Rankings wichtiger Suchbegriffe,

  • tatsächliche Mandatsabschlüsse.

Nicht Klicks oder Likes sind entscheidend, sondern neue Mandate.

Besondere rechtliche Rahmenbedingungen

Anwaltsmarketing unterliegt berufsrechtlichen Vorgaben. Werbung muss insbesondere sachlich bleiben und darf nicht irreführend sein. Aussagen über Spezialisierungen, Qualifikationen oder Erfolge sollten zutreffend und nachweisbar sein.

Eine bewährte Strategie für kleine und mittlere Kanzleien

Wenn das Budget begrenzt ist, empfiehlt sich häufig folgende Reihenfolge:

  1. Professionelle Website mit klarer Positionierung.

  2. Lokale SEO und Google-Unternehmensprofil optimieren.

  3. Regelmäßig hochwertige Fachbeiträge veröffentlichen.

  4. Bewertungen systematisch aufbauen.

  5. Google Ads für besonders relevante Rechtsgebiete einsetzen.

  6. LinkedIn oder eine weitere passende Plattform ergänzend nutzen.

Diese Kombination verbindet kurzfristige Sichtbarkeit (Google Ads) mit langfristigem Wachstum (SEO und Content) und sorgt oft für einen kontinuierlichen Zufluss qualifizierter Mandatsanfragen.

Weitere Angebote:

Kanzleischulung “Webseite”

Tipps, Tricks und Training für das Online-Contentmanagement

Kosten:

2400 Euro + MWSt. + Reise + Übernachtung
Sonderpreise für dazu gebuchte Kanzleivorträge am Vorabend.

Online-Marketing-Begriffe:

Lesetipp: Die nicht unterstrichenen Begriffe sind im Text links erklärt.

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