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Mandantenseminare zur Akquise nutzen

In Seminaren wird Können (das „Wie“) vermittelt, in Vorträgen Wissen (das „Was“).
Können wird vielfach, manchmal jahrelang, geübt und erweitert.
Wissen wird gespeichert oder verfliegt schnell (abhängig vom Lehrer).

Nutzen Sie Mandantenseminare zur Akquise.

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Wie Sie Mandantenseminare zur Akquise nutzen – 10 Tipps:

Mandantenseminare sind eine A-Aufgabe einer Kanzlei und gehören zu den teuersten aller Akquisemethoden.
Die Investition soll sich lohnen.
Bachten Sie diese 10 Regeln:

1. Ort: Mandantenseminare finden im Haus Ihres Mandanten, in Ihrer Kanzlei oder an einem neutralen Ort statt. An allen Orten herrschen unterschiedliche Regeln. Machen Sie Ihre Regeln für Ihr Haus und halten Sie sich an die Regeln anderer Orte.

2. Geld: Das „beliebteste Marketinginstrument“ in Anwaltskanzleien war im Jahr 2024 laut Erhebung des PMN das Mandantenseminar.
Anders als im Vorjahr standen 2024 die Ausgaben für Mandantenseminare an der Spitze des Gesamtbudgets für Marketing.

3. Effizienz: Mandantenveranstaltungen gehören zu den teuersten Akquisemethoden überhaupt. Deshalb sollten Sie 30 % Nichtmandanten als Gäste anstreben.

4. Redner / Dozent: Begeisterung wird ungefragt weitergetratscht, Zufriedenheit nicht. Tolle Präsentatoren lösen Begeisterungsqualität aus. Nicht nur sein Fachwissen überzeugt, sondern auch seine B-Note: Alltagsnahe Beispiele im Erfahrungshorizont seiner Hörer, Dialogisierung aller Monologe, Publikumsbeteiligung, Methodenwechsel, Humor.

5. Service: Volltext des Seminars liegt am Ausgang oder wird als Giveaway per Mail übersandt. Small-talk, Business-Knigge und der entschiedene Charme der Gastgeber sind der Schlüssel zum Erfolg. Einladungen zu weiteren Seminaren folgen (Genehmigung dafür schriftlich einholen).

6. Einladung: Die Zielgruppe passt zum Thema, eine Person ist zuständig für die Organisation, verbindliche Zu- und Absagen werden verlangt, Presse wird eingeladen, Vortragstitel zeigt den Nutzen, Mandanten zusammen mit “weiteren Interessenten” einladen, Einladekarten sind gut designt.

7. Inhaltlicher Nutzen: Inhalt nützt dem Gast im Alltag und wird spannend, in kurzen Sätzen und unterbrochen durch viele Fragen und noch viel mehr kleine Übungen der Seminarteilnehmer präsentiert.

8. Gastgeber-Rolle: Bei großen Events in Ihrer Kanzlei ersetzt die Gastgeberrolle alle formellen Hierarchien. Der Seniorpartner ist – genauso wie die Assistentin – in der Gastgeberrolle und dadurch gleichgestellt. Das müssen Kanzleien üben.

9. Smalltalk: Anwälte mögen Smalltalk nicht, und das ist hier irrelevant. Üben Sie ihn, vor allem das Eintreten in und das Verabschieden aus unbekannten Gruppen. Leichtigkeit in nichtfachlichem Austausch (besonders nach dem Seminar) ist ein eleganter Weg zur Akquise.

10. Organisation: Kostenlose Parkplätze, Fingerfood, kluge Veranstaltungszeiten (denken Sie über Frühstück nach), geeignete Räume, Namensschilder, Feedbacksystem und give-away am Schluss, schriftliche Zustimmung zum Eintritt in die Kundenkartei vorbereiten.

 

Details:

Seminare sind keine Vorträge.

Beide Begriffe werden – didaktisch falsch – gern synonym verwendet.

Wollen Sie Wissen oder Können vermitteln?
In Seminaren wird Können (das „Wie“) vermittelt, in Vorträgen Wissen (das „Was“).
Können wird vielfach, manchmal jahrelang, geübt und steigt durch Erfahrung.
Wissen wird gespeichert oder vergessen – abhängig davon, was man im Alltag braucht – und wie gut der Redner / Lehrer war.

Begriffsklärung: Was ist ein Seminar?

Anders als in einem monologischen Vortrag (der Redner spricht, alle hören zu) geht es in einem Seminar dialogisch zu.
Der Seminarleiter / Dozent / Lehrer / Trainer konzipiert und führt, Teilnehmer diskutieren, üben, präsentieren und geben sich Feedback.

Können vermehren
Jeder Teilnehmer eines Fachseminars für Anwälte soll nach dem Seminar eine Fähigkeit X (besser) schaffen, eine Fachanwaltsprüfung bestehen, selbst eine Patientenverfügung rechtssicher aufsetzen oder einen Sozialplan verhandeln können.

Typisch für Seminare:

  • In Seminaren lernen die Teilnehmer also das „Wie“, in Vorträgen hören die Besucher das „Was“.
  • In Seminaren wird Wissen vermittelt, das im Alltag sofort oder später umsetzbar sein soll.
  • Seminare sind länger als Vorträge, manchmal einen ganzen Tag oder sogar zwei. Seminare gibt es manchmal mit mehreren Referenten und aufeinander aufbauenden Modulen in dreitägiger Kongressform.

Seminare haben oft eine begrenzte Teilnehmerzahl und sind oft sehr viel teurer als Vorträge.

Dialogische Lernveranstaltungen

Anwälte schulen Rechtslaien wie Betriebsräte, Zahnärzte, Versicherer, Unternehmer, Behörden, Kommunen etc. im Umgang mit Rechtsmaterie.
Dazu begeben sie sich meistens in das Haus der Lerner.
Gute dialogische Lernveranstaltungen erreichen, dass das Publikum

  • einen langfristigen Lerneffekt erzielt
  • zum Multiplikator anwaltlicher Leistungen wird

Woran erkennen Sie gute Seminarleiter?

Bei denen geht es abwechslungsreich, dialogstark und oft lustig zu.
Das Publikum ist ständig in Bewegung und übt, was es lernen soll.

Methodenwechsel ist Pflicht.
Gute Seminarleiter didaktisieren und methodisieren, sobald jemand etwas lernen soll.
Didaktik ist die Lehre von der Zubereitung eines Lernstoffs für ein bestimmtes Publikum (also: das „Wie wird gelernt?“), Methodik ist deren Transportmittel (also: das „Wie wird behalten?“).

Organisatoische Vorbereitung duch den Seminarleiter oder dessen Anweisungen
Damit Akquise durch Seminare gelingt, müssen Details in Vorbereitung, Ablauf und Präsentation stimmen. Bitte testen und optimieren Sie sich selbst mit Hilfe dieser Checkliste. Die Aufgaben eines Seminarleiters sind:

• Technische und organisatorische Details geprüft?
• Publikum bekannt? Fachleute? Anfänger? Zukünftige Kunden?
• Sitzordnung U-Form? Namensschilder? Flipchart? Filzstifte?
• Skripte und Übungen bedarfsgerecht / verständlich?
• Material gesplittet? Teil im Vortrag, Teil in Übungen, Teil nur im Skript?
• Teilnehmerliste aktuell? Umgang mit ihr klar? Verteilen?
• Informationsmaterial der Kanzlei dabei? Vortragsliste?
• (Tisch-) Namensschilder sichtbar und groß genug?
• Beginn pünktlich? Gesamtseminarzeit angesagt + einhalten?
• Pausenzeiten visualisiert und eingehalten?

Einstieg
• Ausreichend Pausen gemacht? Auf die Sekunde pünktlich begonnen?
• Für Auflockerung gesorgt?
• Mit Beispiel, Metapher oder Erlebnis begonnen?
• Nutzen der Zuhörer bekannt gegeben?
• Teilnehmer mit Namen angesprochen?
• Teilnehmer nach ihren Erfahrungen und Wünschen gefragt?

Didaktische Tipps

Der Lernstoff ist fast immer umfangreich.
Entscheiden Sie zunächst, welche Teile des Seminarstoffs in Vortragsform abgehalten werden, welche gar nicht durch Sie aktiv behandelt und welche durch Übungen vertieft werden sollten.

Einige Teile des Lernstoffs in einem Tagesseminar werden

in Vortragsform präsentiert: Unverzichtbares Wissen wird dem Seminar und einem neuen Thema innerhalb des Seminars monologisch vorausgeschickt.
Es dient als Basis für spätere Lernsequenzen.
Alle Vorträge sind äußerst zurückhaltend visualisiert, verzichten auf Rechtsvokabular und bringen reichlich Beispiele aus dem Erfahrungshorizont der Zuhörer.
Sprache und Sprachniveau der Zuhörer werden dabei verwendet.

gar nicht im Seminar präsentiert:
Ein guter Referent klammert nebenrangige Themen, filigrane Details, seltene Vorkommnisse, irrelevante Ausnahmen und auch solche Themen aus der aktiven Präsentation aus, die durch evtl. Vorredner schon behandelt worden sind.
Er verewigt sie im wörtlichen Skript, das selbstverständlich allgemeinverständlich geschrieben ist und ohne Rechtsvokabular im erklärenden Teil auskommt.
Der Volltext liegt für alle entweder nach dem Seminar am Ausgang bereit oder steht den Teilnehmern während des Seminars zur Verfügung.

durch Übungen vertieft:
Jene Teile des Seminarthemas, die der Teilnehmer direkt anschließend allein können soll und die seinen (Arbeits-) Alltag sofort bereichern, werden durch gemeinsame Übungen vertieft.
Diese Übungen können im Skript vorbereitet sein (schriftliche Übung allein oder mit Nachbarn) oder als Arbeitsanweisung für Gruppenarbeiten (Fall bearbeiten, Fehler finden, brainstorming) im Seminar nachgereicht werden.
Oder sie können „handwerklich“ begleitet werden, denn längst nicht immer informieren Anwälte in Mandantenseminaren nur über rechtliche Themen.

Methodenwechsel alle 8 Minuten

Gehirne und deren Besitzer sollen wach, unterhalten und beteiligt bleiben; sonst lernen sie nichts.
Hier sind bewährte Methoden für Fachanwaltslehrgänge:

Der Lehrervortrag ist ein Monolog.

Innerhalb eines Seminars dient der Monolog der reinen Wissensvermittlung.
Können wird dadurch nicht erreicht.

Quälend langweilig: der Lehrervortrag
In Fachanwaltskursen unterrichten anwaltliche Referenten, manchmal in „Methodik und Didaktik von Fachseminaren“ trainiert, ihre eigenen Kollegen in Besonderheiten ihres Fachgebiets.
Wer da als Referent den ganzen Tag nur die Vortragsform wählt, ist abends urlaubsreif.
Natürlich sind auch die Zuhörer durch solche falsche Methodenwahl gequält; sie werden suboptimal berieselt und möchten wegen der anschließenden „Prüfung“ nicht mal die Quälveranstaltung verlassen.

Qualitätssteigerung durch Methodentraining
Die DeutscheAnwaltAkademie beispielsweise lässt ihre Referenten seit dem Jahr 1993 in Methodik und Didaktik von Fachvorträgen trainieren („Train the trainer“).
So ist die Wissensvermittlung jedesmal begleitet durch

  • mehr Nutzen
  • bessere Ergebnisse
  • mehr Vergnügen (auf allen Seiten).

Besonderheit Gruppenarbeit (Teamaufgabe)

Teamaufgaben sind immer noch Alleinstellungsmerkmale in anwaltlichen Präsentationen.

Didaktische Einordnung
Sie beleben und beschleunigen jeden Lernprozess.
Sie fassen frisch Gelerntes in praktischer Form zusammen.
TeilnehmerInnen wissen seit der Einleitung, dass Teamaufgaben im Laufe des Tages kommen.
Gruppenaufgaben machen vor allem Sinn nach der Mittagspause.

Methodische Relevanz
Durch methodische Tricks helfen Teamaufgaben,

  • Zeit zu sparen helfen
  • Seminarergebnisse zu befördern
  • Lernerfolge zu festigen

Gute Referenten beteiligen das Publikum

„Du kannst über alles sprechen, nur nicht über acht Minuten“. Gute Redner richten sich darauf ein und stellen den Profit des Publikums ins Zentrum ihres Vortrags, indem sie das Publikum beteiligen. Sie

  • vollführen häufige Methodenwechsel.
  • bringen Beispiele und Metaphern aus dem Alltag der Hörer.
  • sprechen kurze Sätze mit aktiven Verben ohne Passiv
  • veranlassen das Publikum zum Mitmachen.
  • unterbrechen ihren Monolog durch Fragen.
  • beteiligen das Publikum.
  • sprechen stets alle Sinne an.

Fragetechnik für Referenten

Die Zeit vergeht wie im Flug, das Publikum ist sehr wach und Pausen werden unnötig.
Durch Zurufe, Proteste oder ganze Redebeiträge aus dem Publikum weiß der Referent, wie er sein Publikum fesselt statt es zu langweilen.
Er schaltet kurze Frage-Sequenzen ein, durch die Abwechslung sofort möglich ist.

Das Publikum wird auf Referentenfragen gern antworten, wenn

  • die Antwort nicht zu schwierig ist
  • die Antwort nicht ewig diskutiert wird
  • der Referent sich selbst zutraut, Antworten zu bekommen
  • der Referent sich im Moment der Frage hinsetzt
  • der Referent gespannt herumschaut
  • der Referent auf keinen Fall seine eigene Frage erklärt!

Fragearten während eines Seminars:

Schätzfrage:
Der Referent aktiviert das Publikum durch Schätzfragen.
„Was schätzen Sie, wie viele neue Gesetzesbestimmungen in den vergangenen drei Jahren das Erbrecht erfahren hat?“ Schätzfragen haben den Vorteil, dass jeder mitmachen kann, dass sie die Runde auflockern, dass die Antwort niemals falsch sein kann – und dass der Referent die korrekten Zahlen darstellen kann.
Die Schätzfrage sollte stets zu einem wichtigen Vortrags-Inhalt führen, irritieren oder provozieren.

Erfahrungsfrage:
Leiten Sie durch eine Erfahrungsfrage den inhaltlichen Teil Ihres Vortrags ein.
Der Referent testet den Erfahrungstand im Publikum: „Sie sind alle Unternehmer. Was kann im Alltag passieren, wenn Sie nicht rechtzeitig x veranlassen?“ Antworten auf Erfahrungsfragen verdeutlichen Persönlichkeit und Heterogenität der Teilnehmer; Schüchterne werden sich nicht beteiligen und Personen, die ihren Alltag geheim halten möchten, auch nicht.

Schwierige Informationsfragen:
Stellen Sie Ihren Hörern eine schwierige Informationsfrage aus Ihrem Seminarthema.
„Binnendifferenzierung“ erleichtert den Umgang mit Leistungs- und Erfahrungsheterogenität der Teilnehmer.
Sie ist ein didaktisches Instrument und bewirkt, dass die inhaltlich „Schwächeren“ im Publikum schnell dazu lernen und die inhaltlich „Stärkeren“ sich nicht langweilen.

Einfache Informationsfragen:
Stellen Sie Ihren Hörern eine einfache Informationsfrage aus Ihrem Seminartema.
Der Referent beantwortet einfache Informationsfragen der Teilnehmer nie selbst, sondern gibt sie weiter.
Ein Hörer fragt: „Ich weiß gar nicht, was ein Pflichtteilsanspruch genau ist.“
Der Referent setzt sich, schau in die Runde und fragt: „Wer kann es erklären? Was genau ist ein Pflichtteilsanspruch?“

Fragen zum Thema, die der Vortragende nicht selbst beantworten kann
Das wird von vielen anwaltlichen Rednern als peinlich empfunden. Er wird für die Vermittlung von Wissen bezahlt und hat selbst keins. Doch es gibt einen eleganten Ausweg: Der Vortragende antwortet ehrlich, dass er „im Moment nicht ausreichend seriös und erschöpfend“ auf diese Frage antworten kann.
Falls kein weiterer Jurist im Raum ist, fragt er: „Wer von Ihnen hat außerdem noch Interesse an der Antwort?“
Es melden sich immer mehr als einer! Er sagt: „Kommen Sie doch bitte alle kurz nach dem Vortrag nach vorn zu mir. Ich würde Ihnen gern per e-mail die ausführliche Antwort in wenigen Tagen übersenden.“

Fragen abseits des Themas, die der Vortragende jetzt nicht beantworten will
Gute Dozenten kommen niemals ungewollt vom Thema ab. Manchmal dient ihnen ein abseitiges Thema zur Auflockerung, bedient interessante Seitenaspekte des Hauptthemas oder leitet direkt eine Akquise in einem anderen Rechtsgebiet ein.

Organisatorische Fragen
Der Referent bestimmt – zusammen mit dem Veranstalter – alle organisatorischen Abläufe in seinem Vortrag.
Alle Fragen der Teilnehmer über vorher festgelegte und mitgeteilte Eckdaten (Schlusszeiten, Pausenzeiten, Pausendauer, Art und Dauer des Mittagessens etc) werden nicht diskutiert.

Weitere Angebote:

Seminar “Train the trainer”

Von 1993 – 2018 habe ich viele ReferentINNen der DAA in Methodik und Didaktik von Fachanwaltskursen trainiert.

Hier ist der Aufsatz “Mandantenseminare” 

Kosten:

2400 Euro + MWSt. + Reise + Übernachtung
Sonderpreise für dazu gebuchte Kanzleivorträge am Vorabend.

busmann training®

36 Jahre Anwaltstraining und Kanzleimarketing. Genießen Sie Neues, Anregendes und Lernbares aus dem Anwaltsalltag.

36 Jahre in Bild und Wort:
Rückblick

Informationen über mich


Johanna Busmann, Hamburg
36 Jahre Anwaltstraining, Strategieberatung und Kanzleicoaching

Buch „Chefsache Mandantenakquisition“ (2017)

Verlag De Gruyter, Berlin
E-Book und Hardcover
Zweite Auflage
764 Seiten, 79,95 €

Buchbestellung

Buch “Chefsache Anwaltscoaching” (2022)

Berliner Wissenschafts-Verlag
E-Book und Hardcover
710 Seiten, 89 Euro
(+ Versandkosten NUR bei Versand ins Ausland: 7,95 Euro)

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