Was ist Reputation?
Reputation ist das öffentlich wahrgenommene Ansehen eines Unternehmens oder einer Einzelperson.
Es baut sich über lange Zeit durch wiederholte, gleichartige Marktimpulse und Taten auf und kann in Sekundenschnelle ruiniert werden.
- Der Börsen-Guru Warren Buffett bringt es auf den Punkt: “It takes 20 years to build a reputation and five minutes to ruin it.”
Unterschied zwischen Image und Reputation
Gerade weil die beiden Begriffe gern gleichgesetzt werden, hier der Unterschied:
Während Image durch einen momentanen, oft durch Werbung gemachten Impuls entsteht, ist Reputation eine verlässliche und langfristig stabile Aussage über die immer wiederkehrende Qualität einer (Dienst-) Leistung.
Woher kommt der “gute Ruf einer Kanzlei”?
Von nichts kommt nichts.
Der „gute Ruf“ eines Anwalts und seiner Kanzlei ist hart erarbeitet, viel gerühmt und nicht messbar.
Er ist der am häufigsten von Mandanten jeglicher Couleur benannte Grund für den Erstauftrag an einen Anwalt.
Besonderheit anwaltlicher Produkte
Das anwaltliche Produkt ist nicht anfassbar und hoch erklärungsbedürftig.
Es kann weder vor Verwendung auf Wirksamkeit getestet noch bei Nichtgefallen zurück gegeben werden.
Im Gegenteil: Es muss erfolgsunabhängig bezahlt werden.
Damit ist das anwaltliche Produkt ungefähr das Gegenteil eines Kühlschranks.
- Der Aufbau einer stabilen Reputation benötigt daher besonders viel Zeit, Geduld und Konsistenz (vielfache Wiederholung derselben Maßnahmen).
Reputation gilt als unberechenbar, widersprüchlich und subjektiv
Auch die Reputation einer Kanzlei gilt als unberechenbar und subjektiv, da sie nicht durch harte Fakten sondern durch weiche Faktoren definiert ist.
Sie ist eng mit der Persönlichkeit der handelnden Anwälte verknüpft und wird darüber hinaus von Anwälten und Mandanten entgegengesetzt definiert:
- Anwälte empfinden ihre nachgewiesen hervorragende Kenntnis der Juristerei als Basis für ihre Reputation.
- Mandanten dagegen begründen ihre Erstentscheidung für einen Anwalt durch dessen „guten Ruf“, ohne jemals selbst von der Sachkunde des Anwalts profitiert zu haben.
Die Rolle der Reputation für den Kanzleiumsatz
„70 % der Werte einer Organisation sind immateriell und verdanken sich der Reputation“ (Charles Fombrum 1996), und 22 % des Umsatzes von zehn untersuchten DAX-Unternehmen hingen von deren Reputation ab (sagen Biesalski & Company Managementberatung 2012).
- Wo immer eine Leistung oder ein Produkt mangels berechenbarer Zahlen unzureichend bewertet werden können, ist Reputation besonders wichtig.
- Das schließt jenen „guten Ruf“ ein, der durch Online Auftritte, insbesondere durch Bewertungen von Mandanten, entsteht und über den der noch unbekannte Sucher Kenntnis erhält.
Folge und Sinn des „guten Rufs“ ist die Weiterempfehlung.
Damit relevante Marktsegmente positive Reputationssignale empfangen, „speichern“ und weiter geben können, müssen diese „stetig gesendet werden, konsistent und widerspruchsfrei sein und … möglichst alle in die gleiche positive Richtung weisen“, schreibt RA Prof. Dr. Hommerich 2006.
Sieben Faktoren für die Reputation einer Anwaltskanzlei
Eine Anwaltskanzlei baut ihre Reputation vor allem durch fachliche Qualität, Verlässlichkeit und Vertrauen auf. Dabei entsteht ein guter Ruf selten durch einzelne Marketingmaßnahmen, sondern durch die Summe vieler Erfahrungen von Mandanten, Gerichten, Geschäftspartnern und anderen Anwälten.
Wichtige Faktoren sind:
- Fachliche Kompetenz
Die Kanzlei muss in ihren Rechtsgebieten nachweislich gute Arbeit leisten. Spezialisierung, fundierte Rechtskenntnisse, gute Schriftsätze und überzeugende Beratung schaffen Vertrauen.