Sieben Tipps über den Umgang mit Mandanten
1. Problemlöser, die wie Probleminhaber agieren, gefährden ihren Umsatz. Der Kunde ist König? Dann ist der Anwalt Kaiser: Der Mandant kommt Hilfe suchend auf Ihr Kaiserschloss und braucht einen, der mehr Stärke, Ruhe, Wissen, Humor und Verlässlichkeit hat als er selbst.
2. Übernehmen Sie Verantwortung für Ihre Rolle. Mandanten sind Probleminhaber, Anwälte sind Problemlöser. Verhalten Sie sich also auch so. Der Mandanten ist, wie alle Probleminhaber, in Not; sein System ist dominiert durch Verzweiflung, Frust, Scham oder Wut. Manchmal kommt alles zusammen. In seinem Stammhirn regieren daher die Impulse „abhauen“ (Flucht) oder „draufhauen“ (Kampf).
3. Entmachten Sie schwierige Menschen durch Kanzleiorganisation. Ihre Assistenz übernimmt alle organisatorischen Angelegenheiten. Wenn der Mandant sich dgegen sträubt, wird er durch Sie zurecht gewiesen. „Hart in der Sache, weich zu den Menschen“ nimmt dem aggressiven Probleminhaber die Chance, anderen seine Schwierigkeiten aufzudrücken.
4. Geben Sie den “echt schwierigen” Typen genau das, was sie brauchen. Die folgenden sechs Mandantentypen gelten Anwälten als „schwierig“: Erfolgsmenschen, Zweifler, Angsthasen, Besserwisser, Sicherheitsfanatiker und Aggressive. Sie entmachten sie durch matching.
5. Nehmen Sie Angriffe niemals persönlich. Sie werden lediglich in Ihrer Berufsrolle angegriffen, auch wenn es sich manchmal “privat” anfühlt. Sie stehen immer auf der Seite von jemandem; sie sind und agieren niemals neutral – und Sie verdienen Geld mit Ihrem Wissen – das kann verzweifelte Menschen nervös machen.
6. Trainieren Sie Ihre Schlagfertigkeit. Schlagfertigkeit ist zu 100 % trainierbar. Gewöhnen Sie sich an, ausschließlich mit interessierten, offenen Fragen zu antworten, wenn jemand komisch wird. Das macht Sie zum “Boss im Schloss”, das entmachtet sein Denkhirn und zwingt ihn zum Denken.
7. Sprechende Kritiker sind schwer zu führen, schweigende gar nicht. Seien Sie glücklich, wenn der schwierige Mandant seinen Ärger hörbar macht. Nur dann wissen Sie, wie er denkt und können ihn führen.
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