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Mandantenseminare zur Akquise nutzen

Kanzleikultur ist “Strategie nach innen”.
Sie beschreibt die gelebten Werte, den Verhaltenskodex (der für alle gilt) und das Miteinander in einer Anwaltskanzlei.
Sie prägt den Arbeitsalltag, das Betriebsklima, die Mandantenbindung sowie die Suche nach neuen Mitarbeitern.

Suchen Sie hier Ihr Stichwort:

Was braucht eine gute Kanzleikultur von A – Z?

Einige der Bausteine von A bis Z (Viel mehr weiter unten):

A – Akzeptanz: Wo Kanzleiführung nicht akzeptiert wird, drohen Fluktuation und Krankenstand.
B – Branding: Die Kultur nach außen sichtbar machen und als Alleinstellungsmerkmal im Markt nutzen.
C – Compliance: Einhaltung von Gesetzen, internen Regeln und berufsrechtlichen Pflichten als Selbstverständlichkeit.
D – Digitalisierung: Offenheit für neue Software, papierloses Arbeiten und digitale Kommunikation.
E – Entscheidungsprozesse: Transparente oder klare Wege, wie Entscheidungen in der Kanzlei getroffen werden.
F – Fehlerkultur: Offener Umgang mit Fehlern, um gemeinsam zu lernen, statt Schuldige zu suchen.
G – Governance = Führung : Chefs, die Werte vorleben (“Top-down”-Prinzip), statt nur Anweisungen zu geben.
H – Hierarchie: Flache Strukturen für schnellen Austausch oder klare Abstufungen bei großen Einheiten.
I – Identität: Ein gemeinsames Wir-Gefühl, das alle Mitarbeiter stolz macht, für diese Kanzlei zu arbeiten.
J – Jural Leadership: Spezielle Führungskompetenzen für Anwälte zur Teambetreuung.
K – Kommunikation: Ehrlicher, schneller und konstruktiver Austausch im Team und mit Mandanten.
L – Leitsätze: Formulierte Kanzleifragen, Werte und Ziele, an denen sich das tägliche Handeln orientiert.
M – Mandantenfokus: Den Mandanten und dessen Bedürfnisse in den Mittelpunkt des Handelns stellen.
N – Nachfolgeplanung: Rechtzeitiges Übergeben von Mandaten und Partnerstrukturen an die nächste Generation.
O – Onboarding: Gutes Einbinden neuer Mitarbeiter, damit sie die Kultur vom ersten Tag an erleben.
P – Pro-Aktivität: Die Entscheidung, allen Beschwerden und Bedrohungen zuvor zu kommen
Q – Qualität: Hoher Anspruch an die juristische Arbeit und den Service am Mandanten.
R – Recruiting: Gezielte Suche nach Köpfen, die fachlich und menschlich in das Team passen.
S – Spezialisierung: Klare Ausrichtung auf Rechtsgebiete, die zur Identität der Kanzlei passen.
U – Umfeld: Ein modernes, angenehmes Arbeitsklima und eine ansprechende Kanzlerausstattung.
V – Vielfalt (Diversity): Verschiedene Perspektiven und Hintergründe im Team als Stärke begreifen.
W – Weiterbildung: Regelmäßiges Lernen und juristisches Coaching für alle Berufsgruppen in der Kanzlei.
X – X-Faktor: Das besondere Etwas, das die Kanzlei einzigartig und sympathisch macht.
Y – Youth (Nachwuchsförderung): Junge Talente gezielt fördern und an die Kanzlei binden.
Z – Zeitmanagement: Ein effektives Zeitmanagement beginnt in Kanzleien, BEVOR das Mandat angenommen wurde.

 

 

Details:

Seminare sind keine Vorträge.

Beide Begriffe werden – didaktisch falsch – gern synonym verwendet.

Wollen Sie Wissen oder Können vermitteln?
In Seminaren wird Können (das „Wie“) vermittelt, in Vorträgen Wissen (das „Was“).
Können wird vielfach, manchmal jahrelang, geübt und steigt durch Erfahrung.
Wissen wird gespeichert oder vergessen – abhängig davon, was man im Alltag braucht – und wie gut der Redner / Lehrer war.

Begriffsklärung: Was ist ein Seminar?

Anders als in einem monologischen Vortrag (der Redner spricht, alle hören zu) geht es in einem Seminar dialogisch zu.
Der Seminarleiter / Dozent / Lehrer / Trainer konzipiert und führt, Teilnehmer diskutieren, üben, präsentieren und geben sich Feedback.

Können vermehren
Jeder Teilnehmer eines Fachseminars für Anwälte soll nach dem Seminar eine Fähigkeit X (besser) schaffen, eine Fachanwaltsprüfung bestehen, selbst eine Patientenverfügung rechtssicher aufsetzen oder einen Sozialplan verhandeln können.

Typisch für Seminare:

  • In Seminaren lernen die Teilnehmer also das „Wie“, in Vorträgen hören die Besucher das „Was“.
  • In Seminaren wird Wissen vermittelt, das im Alltag sofort oder später umsetzbar sein soll.
  • Seminare sind länger als Vorträge, manchmal einen ganzen Tag oder sogar zwei. Seminare gibt es manchmal mit mehreren Referenten und aufeinander aufbauenden Modulen in dreitägiger Kongressform.

Seminare haben oft eine begrenzte Teilnehmerzahl und sind oft sehr viel teurer als Vorträge.

Dialogische Lernveranstaltungen

Anwälte schulen Rechtslaien wie Betriebsräte, Zahnärzte, Versicherer, Unternehmer, Behörden, Kommunen etc. im Umgang mit Rechtsmaterie.
Dazu begeben sie sich meistens in das Haus der Lerner.
Gute dialogische Lernveranstaltungen erreichen, dass das Publikum

  • einen langfristigen Lerneffekt erzielt
  • zum Multiplikator anwaltlicher Leistungen wird

Woran erkennen Sie gute Seminarleiter?

Bei denen geht es abwechslungsreich, dialogstark und oft lustig zu.
Das Publikum ist ständig in Bewegung und übt, was es lernen soll.

Methodenwechsel ist Pflicht.
Gute Seminarleiter didaktisieren und methodisieren, sobald jemand etwas lernen soll.
Didaktik ist die Lehre von der Zubereitung eines Lernstoffs für ein bestimmtes Publikum (also: das „Wie wird gelernt?“), Methodik ist deren Transportmittel (also: das „Wie wird behalten?“).

Organisatoische Vorbereitung duch den Seminarleiter oder dessen Anweisungen
Damit Akquise durch Seminare gelingt, müssen Details in Vorbereitung, Ablauf und Präsentation stimmen. Bitte testen und optimieren Sie sich selbst mit Hilfe dieser Checkliste. Die Aufgaben eines Seminarleiters sind:

• Technische und organisatorische Details geprüft?
• Publikum bekannt? Fachleute? Anfänger? Zukünftige Kunden?
• Sitzordnung U-Form? Namensschilder? Flipchart? Filzstifte?
• Skripte und Übungen bedarfsgerecht / verständlich?
• Material gesplittet? Teil im Vortrag, Teil in Übungen, Teil nur im Skript?
• Teilnehmerliste aktuell? Umgang mit ihr klar? Verteilen?
• Informationsmaterial der Kanzlei dabei? Vortragsliste?
• (Tisch-) Namensschilder sichtbar und groß genug?
• Beginn pünktlich? Gesamtseminarzeit angesagt + einhalten?
• Pausenzeiten visualisiert und eingehalten?

Einstieg
• Ausreichend Pausen gemacht? Auf die Sekunde pünktlich begonnen?
• Für Auflockerung gesorgt?
• Mit Beispiel, Metapher oder Erlebnis begonnen?
• Nutzen der Zuhörer bekannt gegeben?
• Teilnehmer mit Namen angesprochen?
• Teilnehmer nach ihren Erfahrungen und Wünschen gefragt?

Didaktische Tipps

Der Lernstoff ist fast immer umfangreich.
Entscheiden Sie zunächst, welche Teile des Seminarstoffs in Vortragsform abgehalten werden, welche gar nicht durch Sie aktiv behandelt und welche durch Übungen vertieft werden sollten.

Einige Teile des Lernstoffs in einem Tagesseminar werden

in Vortragsform präsentiert: Unverzichtbares Wissen wird dem Seminar und einem neuen Thema innerhalb des Seminars monologisch vorausgeschickt.
Es dient als Basis für spätere Lernsequenzen.
Alle Vorträge sind äußerst zurückhaltend visualisiert, verzichten auf Rechtsvokabular und bringen reichlich Beispiele aus dem Erfahrungshorizont der Zuhörer.
Sprache und Sprachniveau der Zuhörer werden dabei verwendet.

gar nicht im Seminar präsentiert:
Ein guter Referent klammert nebenrangige Themen, filigrane Details, seltene Vorkommnisse, irrelevante Ausnahmen und auch solche Themen aus der aktiven Präsentation aus, die durch evtl. Vorredner schon behandelt worden sind.
Er verewigt sie im wörtlichen Skript, das selbstverständlich allgemeinverständlich geschrieben ist und ohne Rechtsvokabular im erklärenden Teil auskommt.
Der Volltext liegt für alle entweder nach dem Seminar am Ausgang bereit oder steht den Teilnehmern während des Seminars zur Verfügung.

durch Übungen vertieft:
Jene Teile des Seminarthemas, die der Teilnehmer direkt anschließend allein können soll und die seinen (Arbeits-) Alltag sofort bereichern, werden durch gemeinsame Übungen vertieft.
Diese Übungen können im Skript vorbereitet sein (schriftliche Übung allein oder mit Nachbarn) oder als Arbeitsanweisung für Gruppenarbeiten (Fall bearbeiten, Fehler finden, brainstorming) im Seminar nachgereicht werden.
Oder sie können „handwerklich“ begleitet werden, denn längst nicht immer informieren Anwälte in Mandantenseminaren nur über rechtliche Themen.

Methodenwechsel alle 8 Minuten

Gehirne und deren Besitzer sollen wach, unterhalten und beteiligt bleiben; sonst lernen sie nichts.
Hier sind bewährte Methoden für Fachanwaltslehrgänge:

Der Lehrervortrag ist ein Monolog.

Innerhalb eines Seminars dient der Monolog der reinen Wissensvermittlung.
Können wird dadurch nicht erreicht.

Quälend langweilig: der Lehrervortrag
In Fachanwaltskursen unterrichten anwaltliche Referenten, manchmal in „Methodik und Didaktik von Fachseminaren“ trainiert, ihre eigenen Kollegen in Besonderheiten ihres Fachgebiets.
Wer da als Referent den ganzen Tag nur die Vortragsform wählt, ist abends urlaubsreif.
Natürlich sind auch die Zuhörer durch solche falsche Methodenwahl gequält; sie werden suboptimal berieselt und möchten wegen der anschließenden „Prüfung“ nicht mal die Quälveranstaltung verlassen.

Qualitätssteigerung durch Methodentraining
Die DeutscheAnwaltAkademie beispielsweise lässt ihre Referenten seit dem Jahr 1993 in Methodik und Didaktik von Fachvorträgen trainieren („Train the trainer“).
So ist die Wissensvermittlung jedesmal begleitet durch

  • mehr Nutzen
  • bessere Ergebnisse
  • mehr Vergnügen (auf allen Seiten).

Besonderheit Gruppenarbeit (Teamaufgabe)

Teamaufgaben sind Alleinstellungsmerkmale in anwaltlichen Präsentationen.
Sie beleben und beschleunigen jeden Lernprozess.

Durch methodische Tricks helfen Teamaufgaben,

  • Zeit zu sparen helfen
  • Seminarergebnisse zu befördern
  • Lernerfolge zu festigen

Gute Referenten beteiligen das Publikum

„Du kannst über alles sprechen, nur nicht über acht Minuten“. Gute Redner richten sich darauf ein und stellen den Profit des Publikums ins Zentrum ihres Vortrags, indem sie das Publikum beteiligen. Sie

  • vollführen häufige Methodenwechsel.
  • bringen Beispiele und Metaphern aus dem Alltag der Hörer.
  • verbannen Fachsprachen und Endlos-Sätze aus ihrem Repertoire.
  • veranlassen das Publikum zum Mitmachen.
  • unterbrechen ihren Monolog durch Fragen.
  • beteiligen das Publikum.
  • sprechen stets alle Sinne an.

Fragetechnik für Referenten

Die Zeit vergeht wie im Flug, das Publikum ist sehr wach und Pausen werden unnötig.
Durch Zurufe, Proteste oder ganze Redebeiträge aus dem Publikum weiß der Referent, wie er sein Publikum fesselt statt es zu langweilen.
Er schaltet kurze Frage-Sequenzen ein, durch die Abwechslung sofort möglich ist.

Das Publikum wird auf Referentenfragen gern antworten, wenn

  • die Antwort nicht zu schwierig ist
  • die Antwort nicht ewig diskutiert wird
  • der Referent sich selbst zutraut, Antworten zu bekommen
  • der Referent sich im Moment der Frage hinsetzt
  • der Referent gespannt herumschaut
  • der Referent auf keinen Fall seine eigene Frage erklärt!

Fragearten während eines Seminars:

Schätzfrage:
Der Referent aktiviert das Publikum durch Schätzfragen.
„Was schätzen Sie, wie viele neue Gesetzesbestimmungen in den vergangenen drei Jahren das Erbrecht erfahren hat?“ Schätzfragen haben den Vorteil, dass jeder mitmachen kann, dass sie die Runde auflockern, dass die Antwort niemals falsch sein kann – und dass der Referent die korrekten Zahlen darstellen kann.
Die Schätzfrage sollte stets zu einem wichtigen Vortrags-Inhalt führen, irritieren oder provozieren.

Erfahrungsfrage:
Leiten Sie durch eine Erfahrungsfrage den inhaltlichen Teil Ihres Vortrags ein.
Der Referent testet den Erfahrungstand im Publikum: „Sie sind alle Unternehmer. Was kann im Alltag passieren, wenn Sie nicht rechtzeitig x veranlassen?“ Antworten auf Erfahrungsfragen verdeutlichen Persönlichkeit und Heterogenität der Teilnehmer; Schüchterne werden sich nicht beteiligen und Personen, die ihren Alltag geheim halten möchten, auch nicht.

Schwierige Informationsfragen:
Stellen Sie Ihren Hörern eine schwierige Informationsfrage aus Ihrem Seminarthema.
„Binnendifferenzierung“ erleichtert den Umgang mit Leistungs- und Erfahrungsheterogenität der Teilnehmer.
Sie ist ein didaktisches Instrument und bewirkt, dass die inhaltlich „Schwächeren“ im Publikum schnell dazu lernen und die inhaltlich „Stärkeren“ sich nicht langweilen.

Einfache Informationsfragen:
Stellen Sie Ihren Hörern eine einfache Informationsfrage aus Ihrem Seminartema.
Der Referent beantwortet einfache Informationsfragen der Teilnehmer nie selbst, sondern gibt sie weiter.
Ein Hörer fragt: „Ich weiß gar nicht, was ein Pflichtteilsanspruch genau ist.“
Der Referent setzt sich, schau in die Runde und fragt: „Wer kann es erklären? Was genau ist ein Pflichtteilsanspruch?“

Fragen zum Thema, die der Vortragende nicht selbst beantworten kann
Das wird von vielen anwaltlichen Rednern als peinlich empfunden. Er wird für die Vermittlung von Wissen bezahlt und hat selbst keins. Doch es gibt einen eleganten Ausweg: Der Vortragende antwortet ehrlich, dass er „im Moment nicht ausreichend seriös und erschöpfend“ auf diese Frage antworten kann.
Falls kein weiterer Jurist im Raum ist, fragt er: „Wer von Ihnen hat außerdem noch Interesse an der Antwort?“
Es melden sich immer mehr als einer! Er sagt: „Kommen Sie doch bitte alle kurz nach dem Vortrag nach vorn zu mir. Ich würde Ihnen gern per e-mail die ausführliche Antwort in wenigen Tagen übersenden.“

Fragen abseits des Themas, die der Vortragende jetzt nicht beantworten will
Gute Dozenten kommen niemals ungewollt vom Thema ab. Manchmal dient ihnen ein abseitiges Thema zur Auflockerung, bedient interessante Seitenaspekte des Hauptthemas oder leitet direkt eine Akquise in einem anderen Rechtsgebiet ein.

Organisatorische Fragen
Der Referent bestimmt – zusammen mit dem Veranstalter – alle organisatorischen Abläufe in seinem Vortrag.
Alle Fragen der Teilnehmer über vorher festgelegte und mitgeteilte Eckdaten (Schlusszeiten, Pausenzeiten, Pausendauer, Art und Dauer des Mittagessens etc) werden nicht diskutiert.

Weitere Angebote:

Seminar “Train the trainer”

Von 1993 – 2018 habe ich viele ReferentINNen der DAA in Methodik und Didaktik von Fachanwaltskursen trainiert.

Hier ist der Aufsatz “Mandantenseminare” 

Kosten:

2400 Euro + MWSt. + Reise + Übernachtung
Sonderpreise für dazu gebuchte Kanzleivorträge am Vorabend.

busmann training®

36 Jahre Anwaltstraining und Kanzleimarketing. Genießen Sie Neues, Anregendes und Lernbares aus dem Anwaltsalltag.

36 Jahre in Bild und Wort:
Rückblick

Informationen über mich


Johanna Busmann, Hamburg
36 Jahre Anwaltstraining, Strategieberatung und Kanzleicoaching

Buch „Chefsache Mandantenakquisition“ (2017)

Verlag De Gruyter, Berlin
E-Book und Hardcover
Zweite Auflage
764 Seiten, 79,95 €

Buchbestellung

Buch “Chefsache Anwaltscoaching” (2022)

Berliner Wissenschafts-Verlag
E-Book und Hardcover
710 Seiten, 89 Euro
(+ Versandkosten NUR bei Versand ins Ausland: 7,95 Euro)

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