Effektives Zeitmanagement in Kanzleien – 8 Hinweise
1. Zeitmanagement VOR der Mandatsannahme: Ein effektives Zeitmanagement beginnt in Kanzleien, bevor das Mandat angenommen wurde. Passt das Mandat in unsere Strategie? Falls nein, bindet es zu viel Energie.
2. Zeitnot ist kein Betriebsunfall: Im herkömmlichen Zeitmanagement werden mehr oder weniger emsig Minuten gezählt, Wochenpläne erstellt und ABC-Analysen ausprobiert. Dieses Vorgehen ist in einer Anwaltskanzlei deplatziert; strategisches Zeitmanagment hilft.
3. Besonderheit in Kanzleien: Anwälte haben Delegation und Mitarbeiterführung nicht gelernt. Daher kommen diese effizienten Zeitmanagement-Tools nur in homöopathischen Dosen vor, nicht als Gesamtkonzept. Das Jammern bleibt: “Ständig kommt etwas dazwischen, und B-Aufgaben beanspruchen meine ganze Aufmerksamkeit”.
4. Denken und planen Sie “kairotisch”: Kairos ist der Sohn des Zeus und der Gegenspieler von seinem Opa Chronos (Vater des Zeus). Kairos ist der Gott der Gelegenheiten. Er will nicht wissen: “Was kommt als nächstes dran?” (Chronologie) sondern: “Was ist wichtig?” Durch diesen kairotischen Denkansatz implementiert eine Kanzlei eine neue Zeitstrategie.
5. Effektivität oder Effizienz? Ein effektiver Zeitnutzer setzt VOR der Aufgabe (effektiv + Langfrist) an, die geschafft werden muss, ein effizienter setzt BEI der Aufgabe (effizient + Kurzfrist) an. Der effektive Zeitnutzer geht nicht chronologisch vor, sondern “kairotisch”.
6. Zeitvergeudung durch gebrochene Versprechen: Wer Rückrufe nicht wie versprochen erledigt oder unhaltbare Versprechen an seinen Mandanten abgibt (“Donnerstag erhalten Sie unseren Schriftsatz”), wird viel teure Zeit vergeuden: leider nicht nur seine, sondern auch die der Assistentin und des Mandanten.
7. Werthaltiges verdient Zeit ohne Limit: Abzuarbeitendes verdient keine unlimitierte Zeit, weil es das Geschäft nicht weiterbringt.
Wer dagegen Werthaltiges wie Akquisegespräche, das Mittagessen mit dem Multiplikator oder das Kritikgespräch mit dem Mitarbeiter „aus Prinzip“ abkürzt, schadet der eigenen Strategie.
8. Glaubenssätze schaffen Zeitnot: Was Anwälte über die tägliche Aufgabenhäufung denken, löst größte Zeitnot aus. Fristsachen kommen nie zufällig “kurz vor Feierabend dazwischen”, sondern wurden einfach nicht für wichtig gehalten. Auch der Glaubenssatz „Der Mandant wandert ab, wenn ich seine Vorgaben nicht einhalte”, zeigt Rollenkonfusion.
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