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Acht erfolgreiche Rechtsgebiete der Zukunft für Kanzleigründer

Der Rechtsmarkt ist derzeit im Umbruch.
Je weiter die Digitalisierung fortschreitet, desto stärker verändert sich auch die Nachfrage nach bestimmten Rechtsgebieten.

Wer sich, seine Außendarstellung und seine Akquisemethoden früh auf Trends spezialisiert, wird diese Trends nutzen können.

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Welche acht Rechtsgebiete versprechen  Kanzleierfolg?

 

Details: unten

Stagnation bei Anwaltszahlen, Kreativität im Geschäftsmodell

In den letzten zehn Jahren stieg die Zahl aller Anwaltszulassungen in Deutschland nur um 2.000, auf 166.504 zugelassene Rechtsanwält:innen in 2025 (BRAK).
Zeitgleich zu dieser Entwicklung werden einige Rechtsgebiete konstant größer, d.h. relevanter für die Öffentlichkeit.

Sogar ganz neue Bereiche (oder deren Kombination) entstehen:

  • Marktreaktion: Durch Globalisierung, Klimawandel und Digitalisierung (hier insbesondere die künstlichen Intelligenz) profitieren Kanzleien in acht Rechtsgebieten besonders stark vom strukturellen Wandel (siehe unten) .
  • Folgen von KI: Kanzleien bleiben – mit Anwälten, mit Berufsrecht, mit Haftung. Allerdings wird die Maschine den Entwurf des Vertrags oder des Anspruchsschreibens liefern und der Mensch das kontrollieren. Juristische Bewertung, das Verhandlungsgeschick und die persönliche Verantwortung bleiben, alles andere ist verhandelbar.

1. Technologie: IT-Recht, Datenschutzrecht

Die Technologisierung schreitet voran – und das mit einer nie dagewesenen Geschwindigkeit.
Dazu kommt die Künstliche Intelligenz, welche nicht nur alle Bereiche des Lebens, sondern – vor allem in Bezug auf Legal Tech und Automatisierung – auch die juristische Arbeitsweise längst nachhaltig beeinflusst.

Spezialisierungen
Naheliegend sind unter anderem das IT-Recht, das Datenschutzrecht, aber auch größere Nischen wie das E-Commerce- und Online – Marktregulierungsrecht oder eine rechtliche Spezialisierung auf künstliche Intelligenz.
Eine entsprechende Expertise eröffnet zahlreiche berufliche Optionen und gute Verdienstmöglichkeiten.
Das IT-Recht allein hat in den letzten zehn Jahren ein Wachstum von 200 % auf rund 1.500 Fachanwält:innen erlebt und gilt nicht nur deshalb als besonders vielversprechend.

Legal Tech oder Legal Operations
Gefragt sind ab jetzt Fachkräfte, die sowohl über juristische als auch technische Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen. Ein abgeschlossenes Jurastudium mit beiden Staatsexamen ist dafür nicht unbedingt eine Voraussetzung – entsprechend sind auch die Verdienstmöglichkeiten etwas niedriger als etwa in Großkanzleien.

  • Zwischen 40.000 und 100.000 € liegen die Gehälter von Legal Operations Manager:innen und Legal Engineers im Schnitt.

2. Umwelt: Nachhaltigkeit und ESG

Nachhaltigkeit im Bereich Umwelt, Sozialem und Unternehmensführung ist nicht nur im Privaten und in der Politik ein riesiges Thema, sondern betrifft genauso die Rechtswelt. Unternehmen müssen immer mehr Anforderungen erfüllen und über ihre Aktivitäten und Auswirkungen im Bereich der Nachhaltigkeit berichten. Auch Klimaschutzgesetze führen dazu, dass Anwält:innen in dieser Hinsicht stark nachgefragt sind. Mit Blick auf die Dringlichkeit von Klimafragen und die größere Aufmerksamkeit für globale Zusammenhänge ist wohl kaum zu erwarten, dass dieser Rechtsbereich so bald wieder seine Berechtigung verliert. Stattdessen ist die Beratung im ESG- und Nachhaltigkeitsbereich eine zukunftsträchtige Spezialisierung.

Das spiegelt auch die Future Ready Lawyer Studie aus 2022 von Wolter Kluwer wider. 56 % der Unternehmensjurist:innen und 45 % der Anwält:innen in Kanzleien geben dort an, dass die Nachfrage nach ESG-Beratung im letzten Jahr gestiegen ist – und die meisten sind der Meinung, dass ihre Organisation auf diese Entwicklung nicht ausreichend vorbereitet ist.

Jurist:innen mit entsprechenden Kenntnissen können diese Lücken schließen und werden sich voraussichtlich in Zukunft tollen Karriereoptionen gegenübersehen.

3. Medizin- und Biotechnologierecht

Das Medizinrecht gehört zu den am schnellsten wachsenden Rechtsgebieten. Von 2014 bis 2024 hat sich die Zahl der Fachanwaltschaften auf 2.000 verdoppelt. Ein Grund für die steigende Nachfrage in diesem Bereich ist selbstverständlich die zunehmende Digitalisierung im Gesundheitswesen.

Aber auch die komplexen Haftungsfragen im Medizinrecht machen für medizinische Einrichtungen und Patient:innen, aber zum Beispiel auch Pharmaunternehmen, Krankenversicherungen oder Hersteller von medizinischen Geräten eine umfassende rechtliche Beratung unverzichtbar.
So heterogen wie die Mandantenstruktur sind auch die Rechtsbereiche, die das Medizinrecht umfasst. Die Teilbereiche erstrecken sich über das Zivil- und Strafrecht genauso wie in das Öffentliche Recht.

  • Interessierte sollten also eine große Bandbreite mitbringen.

4. Internationales Wirtschaftsrecht

Die Welt wird auch heute noch immer internationaler. 61 % aller deutscher Unternehmen mit mehr als 50 Mitarbeiter:innen waren im Jahr 2020 laut statistischem Bundesamt in globale Wertschöpfungsketten eingebunden. 49 % haben international Waren bezogen oder geliefert, immerhin 37 % grenzüberschreitend Dienstleistungen angeboten oder erbracht.

International oder gar global agierende Unternehmen müssen nicht nur die Gesetze des eigenen Landes, sondern auch die der Länder beachten, in welchen sie tätig sind – dies erfordert eine spezialisierte Beratung.
Hier spielt das internationale Wirtschaftsrecht eine wichtige Rolle.
Der relativ neue Rechtsbereich erfreut sich großer Beliebtheit: 2015 gab es gerade einmal 20 Fachanwält:innen in diesem Bereich, 2024 sind es bereits 246.

  • Anwält:innen sollten ein tiefes Verständnis nicht nur für internationales Recht, sondern natürlich auch für wirtschaftliche Zusammenhänge
    mitbringen – erlangen lassen sich diese Kenntnisse entweder durch praktische Erfahrungen oder aber in entsprechenden LL.M. Studiengängen.

5. Arbeitsrecht

Mit 11.163 zugelassenen Anwältinnen (2025) ist das Arbeitsrecht mit Abstand das Rechtsgebiet mit den meisten zugelassenen Rechtsanwält:innen.
Hier herrscht eine dauerhaft hohe Nachfrage, da Unternehmen, egal welcher Größe oder Branche, in diesem Bereich Beratung benötigen.
Seit 1990 ist die Zahl der Arbeitsrechtler:innen kontinuierlich angestiegen, ähnlich wie die Gesamtzahl der Anwält:innen stagniert die Zahl jedoch in den letzten 10 Jahren.
Dass das Arbeitsrecht an Bedeutung verlieren könnte, ist jedoch sehr unwahrscheinlich.

Die steigende Bedeutung von KI im Unternehmen sorgt für immer neuen Beratungsbedarf:

  • Mitbestimmungsrechte des Betriebsrats bei KI Einführung
  • Arbeitnehmerrechte bei KI Verwendung
  • Schutz vor algorithmischer Diskriminierung
  • Beschäftigtendatenschutz bei der Verarbeitung personenbezogener Daten
  • Rolle menschlicher Aufsicht über Hochrisiko-KI-Systeme
  • Black Box“-Problematik (User von KI verstehen nicht die Herkunft von Ergebnissen)

6. Strafrecht

Als einziges der Top 5 Rechtsgebiete in Deutschland zeigt das Strafrecht einen deutlichen, kontinuierlichen Zuwachs an Anwaltszulassungen.
Hier lässt sich auch weiterhin eine steigende Nachfrage prognostizieren: Das Strafrecht ist weitgehend unabhängig von wirtschaftlichen Schwankungen und wird auch in Zukunft sehr relevant und spannend sein.

  • Wirtschaftsstrafrecht wird weiter boomen.

7. Steuerrecht

Das Steuerrecht landet mit 4.695 Rechtsanwaltszulassungen auf Platz drei.
Wie auch im Familienrecht ist hier ein Rückgang zu beobachten: Seit 2017 sinkt die Zahl der zugelassenen Steuerrechtler:innen moderat.
Eine mögliche Erklärung könnte eine Konkurrenz durch Steuerberater:innen und Wirtschaftsprüfer:innen sein, jedoch sind die Gründe wie auch in anderen Rechtsbereichen komplex.

KI hilft beim recruiting
Fachkrätemangel in Steuerkanzleien: Die GenZ wählt Arbeitgeber mit moderner Digitalisierungsstruktur. Kanzleien müssen also liefern
Die GenZ arbeitet. Sie ist fleißig, sinnorientiert und digital kompetent. Aber sie wählt, für wen und wie sie arbeitet.
Cloud, mobile Apps, KI. Wer zögert, schreckt die GenZ ab.
Flexible Arbeitsmodelle einführen: Vier-Tage-Woche, Homeoffice, Workations. Wer diese Modelle anbietet, verschafft sich einen Vorteil im Wettbewerb um Talente.

  • Kommunikation erneuern: in der Außendarstellung, in der Unternehmenskultur, in der Ausbildung.

8. Verkehrsrecht

4.400 Fachanwält:innen sind 2024 im Verkehrsrecht zugelassen. Die Zahl nahm bis 2022 leicht zu, stagniert aber seit drei Jahren auf demselben Niveau, was für eine gleichbleibende Nachfrage spricht.
Hier ist spannend zu beobachten, dass Fragen zum Verkehrsrecht häufig aus dem ländlichen Raum kommen.

  • Verkehrsrecht kann sich also besonders für Anwält:innen lohnen, die außerhalb der Ballungsräume tätig sind.

KI im Verkehrsrecht
Wer nach einem Verkehrsunfall oder Bußgeldbescheid einen Anwalt sucht, fragt heute Google – oder direkt einen KI-Assistenten. Kanzleien, die auf beiden Wegen sichtbar sind, erhalten mehr Anfragen:

  • KI-Assistenten wie ChatGPT oder Gemini nennen Kanzleien nur, wenn sie im Netz auffindbar, glaubwürdig und klar beschrieben sind.
  • Die wichtigsten Hebel sind ein vollständiges Google-Unternehmensprofil, fachlich klare Webseiteninhalte und konsistente Kontaktdaten überall im Netz.
  • Wer in seiner Webseite konkrete Fragen beantwortet, die potenzielle Mandanten wirklich stellen, wird von Google und KI gleichermaßen bevorzugt zitiert.

Fragen, die Sie in Ihrer Webseite konkret beantworten müssen:

  • Was tun nach einem Auffahrunfall?
  • Bußgeldbescheid erhalten – was jetzt?
  • Führerscheinentzug droht: Welche Rechte habe ich?
  • Unfall mit Personenschaden – wer zahlt meine Anwaltskosten?
  • Fahrerflucht vorgeworfen – wie verhalte ich mich richtig?

9. Familienrecht

Das Familienrecht ist mit 8.759 zugelassenen Anwält:innen der zweitgrößte Rechtsbereich in Deutschland.
In diesem Bereich sind besonders viele Einzelanwält:innen und kleine Kanzleien tätig und es herrscht ein großer Wettbewerb.
Während die Zulassungen im Jahr 2016 ihren Höhepunkt erreichten, werden sie seitdem stetig weniger.
Das könnte auf eine Marktsättigung und einen härteren Wettbewerb hinweisen.

KI in familienrechtlichen Gutachten bieten neue Anfriffspunkte:
KI macht die Sprache in Gutachten glatt, aber nicht belastbar. Typisch sind Passagen, die viele Begriffe verwenden, jedoch kaum konkrete Beobachtungen nennen. Ebenso auffällig sind lange Textteile mit fast identischem Stil, obwohl sie auf sehr unterschiedliche Gespräche oder Interaktionen Bezug nehmen.

Starke Schlüsse – schwache Wege dorthin

Ein weiteres Zeichen ist mangelnde Nachvollziehbarkeit. Das Gutachten zieht starke Schlüsse, zeigt aber den Weg dorthin nicht. Welche Akten wurden ausgewertet? Welche Aussagen wurden gegengeprüft? Welche Tests kamen wirklich zum Einsatz, und wie wurden sie interpretiert? Wenn darauf keine klare Antwort kommt, liegt der Angriffspunkt nicht in der Technik, sondern in der Methode.

  • Entscheidend ist nicht, ob KI im Spiel war. Entscheidend ist, ob das Gericht den Weg von den Daten zur Schlussfolgerung noch prüfen kann.
  • Fehlen Aktenbestandteile wie Exploration oder Interaktionsbeobachtung, Gesprächsnotizen, Zeitangaben oder Kontexte, dann kann die KI Lücken mit plausibel klingenden Formulierungen füllen. Genau darin liegt das Risiko von Halluzinationen.

Inspiriert durch MIchal Langhans (4. Mai 2026). Weitere Tipps von ihm hier.

Harvey und Legora – Zwillinge auf dem Weg zur Weltherrschaft

Harvey AI Corporation ist ein Softwareunternehmen aus San Francisco, USA. Seine Preise sind erstaunlichweise nicht durch sie veröffentlicht – und die höchsten am Markt. Man erfährt sie nach dem ersten Gespräch.

Legora (ehemals Leya) ist ein schwedisches Legal-Tech-Unternehmen, das eine KI-gestützte Arbeitsplattform für Anwaltskanzleien und Rechtsabteilungen…

Harvey hat im März 2026 weitere zweihundert Millionen US-Dollar eingesammelt und kommt damit auf eine Bewertung von elf Milliarden. Der schwedische Konkurrent Legora verdreifachte im gleichen Zeitraum seinen Unternehmenswert auf 5,55 Milliarden Dollar und zählt mittlerweile Häuser wie White & Case, Cleary Gottlieb und Goodwin zu seinen Kunden. Hinter beiden Geschichten steht dieselbe Grundidee, nämlich Software an Kanzleien zu verkaufen, damit deren Anwältinnen und Anwälte schneller arbeiten. Diese Nische ist profitabel und wichtig. Sie verändert das Geschäftsmodell der Rechtsberatung jedoch nicht, denn der Anwalt bleibt im Mittelpunkt, das Stundenhonorar bleibt die Maßeinheit, die Kanzlei bleibt eine Personengesellschaft mit klassischer Eigentumsstruktur. Die Software macht den vorhandenen Apparat nur effizienter.

Lulius positioniert sich als die deutsche Legal-AI-Plattform, die speziell für das deutsche Rechtssystem entwickelt wurde — und dabei sowohl Anwält*innen als auch Verbraucher*innen bedient.

Weitere Angebote:

Kanzleischulung “Webseite”

Tipps, Tricks und Training für das Online-Contentmanagement

Kosten:

2400 Euro + MWSt. + Reise + Übernachtung
Sonderpreise für dazu gebuchte Kanzleivorträge am Vorabend.

Online-Marketing-Begriffe:

Lesetipp: Die nicht unterstrichenen Begriffe sind im Text links erklärt.

Absprungrate
AdWords
Anwälte und Journalisten
Anwaltshonorar in der Webseite
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