6 Tipps für gute Verhandlungen
Was ist bei der Vorbereitung einer außergerichtlichen Verhandlung mit dem Gegner wichtig? Das Vertrauen zum Mandanten. Der Mandant wird in ungewohnter Rolle seinem Gegner an einem außergerichtlichen Tisch begegnen. Der Mandant verlässt sich vollkommen auf den Profi; er hat keine Wahl.
Was ist bei Einwänden wichtig? Es gibt drei Klassen von Einwänden: die eher sachliche Gegenrede, die eher unsachliche Attacke und die Beschwerde. Alle drei erfordern unterschiedliche Reaktionen. Nicken und offene Fragen entmachten einen Kritiker.
Wie wichtig ist es, Gastgeber zu sein und nicht Gast? Die eigene Rolle kann entscheidend sein für den Verhandlungserfolg. Wer einlädt, hat die Macht über Räume, Zeiten, Gepflogenheiten. Er kann Sitzordnung entscheidet und leitet die Begrüßungszeremonie.
Was ist der „Moderatorenstatus“? Der Moderatorenstatus des Gastgebers sichert diesem rhetorisch so eine Art „head of ceremony“ – Status. Statt parteiisch die Positionen des Mandanten zu verteidigen und zu postulieren, wird der geübte Verhandler, wenn er Gastgeber ist, den „Moderatorenstatus“ einnehmen. Zumindest bis der Gegner Rechtsargumente vorbringt.
Was ist ein taktisch kluger Einstieg in eine Verhandlung? Ungeübte Anwälte steigen bei außergerichtlichen Verhandlungen positionell in die Sache ein, statt ihre Argumente auf den Interessen des Gegners aufzubauen. Dazu müssen sie fragen und vor allem zuhören.
Was ist der Hauptfehler in Verhandlungen mit dem eigenen Mandanten? Anwälte betrachten das, was sie tun und vor allem das, was sie unterlassen, nicht aus Mandantensicht. Sie klingen daher versehentlich häufig selbstverliebt, sind oft vollkommen unverständlich für Laien und merken beides nicht selbst.
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